Kurz und knackig erklärt: Das Wahlprogramm der SPD

Deutschland - Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt, doch nach wie vor sind viele Menschen unsicher, welcher Partei sie ihre Stimme anvertrauen sollen. Unsere neue Politik-Rubrik BundesTAG24 hilft Euch bei der Entscheidungsfindung. Heute werfen wir einen Blick auf das Wahlprogramm der SPD.

Würde gern Angela Merkels (67) Nachfolger werden: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63).
Würde gern Angela Merkels (67) Nachfolger werden: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63).  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Das Wahlprogramm der Sozialdemokratischen Partei trägt den Titel "Aus Respekt vor Deiner Zukunft. Wofür wir stehen. Was uns antreibt. Wonach wir streben."

Insgesamt zählt es 66 Seiten und ist somit deutlich kürzer als das vorherige aus dem Jahr 2017.

Im Folgenden sehen wir uns die wichtigsten Punkte genauer an:

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1. Umwelt / Klima

Wenn es ums Thema Klima geht, hat sich die SPD viel vorgenommen: So soll die Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden. Ab dann soll Deutschland zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzen können.

Öffentliche Gebäude und gewerbliche Neubauten sollen mit Solardächern ausgestattet und das Stromtanken für E-Autos soll vereinfacht werden.

2. Familien

Die SPD spricht sich dafür aus, ein Vier-Säulen-Modell für mehr Familienzeit einzuführen. Dieses beinhaltet:

  • zwei Wochen Elternschaftszeit direkt nach Geburt für Vater/Partner
  • Elternteilzeit nach dem ersten Lebensjahr eines Kindes
  • dauerhafte Ausweitung der coronabedingt erhöhten Kinderkrankentage auf 20 Tage pro Kind, Jahr und Elternteil
  • Unterstützung für jene, die ihre Angehörigen pflegen

Außerdem möchte sich die Partei für den Ausbau von Kitas und mehr Ganztagsangebot für Schulkinder einsetzen.

Zudem sollen Verhütungsmittel kostenlos gemacht und die Erforschung von Verhütungsmethoden für Männer gefördert werden.

Die SPD spricht sich für eine Vermögenssteuer aus

Könnte die SPD schon bald Deutschland regieren?
Könnte die SPD schon bald Deutschland regieren?  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

3. Steuern & Finanzen

Das sogenannte Ehegattensplitting soll angepasst werden, sodass die Steuerlast bei unterschiedlich verdienenden Ehepartnern gerecht verteilt wird.

Die Vermögenssteuer soll wieder in Kraft treten, jedoch ohne dabei Arbeitsplätze zu gefährden.

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Sollte eine Person im Jahr unter 100.000 Euro verdienen, wird sie unter der Führung der SPD nicht mehr für Angehörige in Pflegeheimen aufkommen müssen.

4. Rente

Das Renteneintrittsalter soll nicht weiter erhört werden, zudem steht die SPD für ein dauerhaftes Rentenniveau von mindestens 48 Prozent.

Man möchte sich außerdem für eine geschlechtergerechte Rente einsetzen und dafür sorgen, dass Menschen, die ihre Familienmitglieder jahrelang pflegen, keine Rentennachteile zu spüren bekommen.

5. Verkehr

Bis 2030 soll das modernste und klimafreundlichste Mobilitätssytsem Europas aufgebaut werden. Und dieses soll "nachhaltig, bezahlbar, barrierefrei und verlässlich" sein.

Dafür soll der ÖPNV ausgebaut werden. So verspricht die SPD einen wohnortnahen Anschluss für jeden Bürger, klimaneutrale Busse und Bahnen bis 2030 und die Förderung wasserstoffbetriebener Züge.

Zudem setzt sie sich für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen ein.

Das Schulsystem soll digitaler werden

Laut Umfragen hat die SPD die Nase derzeit vorn.
Laut Umfragen hat die SPD die Nase derzeit vorn.  © Christoph Schmidt/dpa

6. Bildung

Wenn es ums Thema Bildung geht, setzt die SPD auf Digitalisierung.

So sollte jeder Schüler Zugang zu einem Endgerät und Internetzugang haben. Auch an Universitäten und Fachhochschulen soll ein digitaler Ausbau stattfinden.

Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, hat es sich die Partei zudem zum Ziel gesetzt, die Zahl der Nachwuchslehrer bis 2020 zu verdoppeln.

7. EU-Politik

Europa soll grundlegend gestärkt werden, "damit wir in einer multipolaren Welt unsere Eigenständigkeit und unsere Art zu leben, auch in Zukunft bewahren."

Das Ziel: Die EU zur modernsten Demokratie der Welt machen. Dazu soll Europa nicht nur Vorreiter beim Thema Klimaschutz, sondern auch digitaler werden. Zudem solle es bald einen EU-Außenminister geben.

8. Gesundheitspolitik

Die SPD möchte eine Vollversicherung als Bürgerversicherung einführen, welche die gleiche Versorgung für alle gewährleistet.

Man möchte Innovationen und neue Methoden der Medizin und Therapie gezielt fördern und die Rahmenbedingungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes verbessern, indem dieser digitalisiert wird.

Zudem soll die Kommerzialisierung im Gesundheitswesen beendet werden.

SPD will Wahlalter auf 16 Jahre senken

9. Digitalisierung

Man möchte sich für flächendeckend schnelles Internet einsetzen und staatliche Dienstleistungen für Bürger digital machen.

Zudem spricht sich die Sozialdemokratische Partei Deutschland klar gegen eine Klarnamenpflicht aus und möchte weiterhin die Möglichkeit einer anonymen und pseudonymen Nutzung gewährleisten.

10. Sonstiges

Doch damit nicht genug. Die SPD hat noch so viel mehr vor: So möchte sie den Ausstieg aus Tierversuchen, sowie die Entwicklung von tierversuchsfreien Verfahren fördern.

Tarifverträge innerhalb einer Branche sollen allgemein verbindlich für alle gelten und der Stress in der sozialen Arbeit soll reduziert werden.

Zudem setzt sich die SPD dafür ein, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken.

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Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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