Linke Kipping mit erstem Statement: "Dass es so knapp für uns wird, schmerzt"

Berlin/Dresden - Wird es eine Horror-Nacht für Die Linke? In den ersten Prognosen liegt die Partei bei gerade einmal 5 Prozent, droht im schlimmsten Falle sogar aus dem Bundestag herauszurutschen. Gegenüber TAG24 gab Ex-Partei-Chefin Katja Kipping (43) eine erste Einschätzung.

Katja Kipping (43, Die Linke) äußerte sich zur Wahlschlappe.
Katja Kipping (43, Die Linke) äußerte sich zur Wahlschlappe.  © Eric Münch

Sie sagte am Abend: "Dass es für uns so knapp wird, schmerzt. Auch, weil gerade in diesen Zeiten eine starke Linke als Sozialgarantie so notwendig wäre.

Notwendig, um zu verhindern, dass die Kosten der Krise auf den Arbeitenden und auf den Armen abgewälzt werden. Solch ein knappes Ergebnis ruft natürlich die Frage auf, was wir anders machen müssen.

In Auswertung unzähliger Gespräche im Straßenwahlkampf sehe ich zwei Ansatzpunkte: Nach 16 Jahren Angela Merkel ging es für Viele bei dieser Wahl um die Frage, wer nun das Land regiert.

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Spätestens am Abend der Europa- und Bremen-Wahl vor über zwei Jahren war mir klar, hier müssen wir nachsteuern. Wir müssen klar ausstrahlen, dass wir bereit sind, Regierungsverantwortung zu übernehmen, um soziale Sicherheit für alle und Klimagerechtigkeit durchzusetzen."

"Wir hätten klar ausstrahlen müssen, dass wir bereit sind, Regierungsverantwortung zu übernehmen"

Kipping weiter zu TAG24: "Leider konnte das gute Sofortprogramm nicht mehr in der Breite durchdringen. Auch, weil es überlagert war durch die Diskussion um das Evakuierungsmandat aus Afghanistan.

In aller Deutlichkeit: Unser Vorgehen bei diesem Evakuierungsmandat war ein Fehler.

Um es zusammenzufassen: Wir hätten erstens eher klar ausstrahlen müssen, dass wir bereit sind, Regierungsverantwortung zu übernehmen, um soziale Sicherheit für alle durchzusetzen. Zweitens hätten wir beim Evakuierungsmandat anders vorgehen müssen."

Mitte August hatte Kipping TAG24 in einem exklusiven Interview Rede und Antwort gestanden. Hier könnt Ihr nochmal lesen, was sie zur Bundestagswahl sagte.

Titelfoto: Eric Münch

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