Machtkampf beendet: Laschet soll Unions-Kanzlerkandidat werden!

Berlin - Das Ringen um den Posten als Unions-Kanzlerkandidaten hat ein Ende: Am Montagabend entschied der CDU-Vorstand, dass Armin Laschet (60, CDU) für CDU und CSU bei der Bundestagswahl antritt.

CDU-Chef Armin Laschet (60) tritt für die Union als Kanzlerkandidat an.
CDU-Chef Armin Laschet (60) tritt für die Union als Kanzlerkandidat an.  © dpa/Michael Kappeler

Bei einer Abstimmung des CDU-Vorstands entfielen 31 Stimmen auf Laschet (67 Prozent) und 9 Stimmen (20 Prozent) auf Markus Söder (54, CSU). Sechs Teilnehmer (13 Prozent) der knapp siebenstündigen Onlinesitzung des CDU-Vorstands enthielten sich.

Dem voraus ging ein mehrwöchiger Machtkampf, bei dem sowohl Armin Laschet als auch Markus Söder immer wieder betonten, für diesen Posten zur Verfügung zu stehen.

Die beiden wollten sich intern einigen, wer sich zur Bundestagswahl aufstellt, doch es kam zu keinen Ergebnissen. Aus diesem Grund traf sich am Montagabend das CDU-Präsidium online und entschied letztlich darüber. Die Verantwortlichen der CSU wollte sich in der Debatte enthalten.

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Es handelt sich dabei jedoch um noch keine Nominierung zur Bundestagswahl. CDU und CSU müssen den Kandidaten noch formell aufstellen.

Ob Söder nach dieser Schlappe freiwillig aus dem Machtkampf zurücktritt, blieb zunächst offen.

Am Morgen wollen beide Unions-Politiker eine Erklärung abgeben.

Die Chronologie des Kanzlerkandidaten-Showdowns

Markus Söder (54, CSU) bleibt wohl Bayerns Ministerpräsident. Er soll sich nicht als Unions-Kanzlerkandidat aufstellen.
Markus Söder (54, CSU) bleibt wohl Bayerns Ministerpräsident. Er soll sich nicht als Unions-Kanzlerkandidat aufstellen.  © dpa/Peter Kneffel

16. Januar: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist neuer CDU-Chef und Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer (58). Beim digitalen Bundesparteitag setzt er sich gegen den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz (65) und Außenpolitiker Norbert Röttgen (55) durch.

24. Januar: Die Diskussion um die K-Frage beginnt schon eine Woche später: Laschets Stellvertreter Jens Spahn (40) bezeichnet diesen öffentlich als "natürlichen Kanzlerkandidaten".

15. März: Nach dem Debakel der Union bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sagt Söder in der ARD zur Kandidatenfrage: "Das ist kein Wettlauf zwischen Armin Laschet und mir, sondern ein gemeinsames Zusammenarbeiten, und der Wettbewerb findet mit anderen statt".

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4. April: Bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur will Söder die scheidende Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) einbeziehen. Ein Unions-Kandidat könne ohne ihre Unterstützung "kaum erfolgreich sein".

11. April: Beide, Laschet und Söder, wollen als Kanzlerkandidat für die Union ins Rennen gehen, wie sie nach einem gemeinsamen Gespräch mitteilen. Entscheide die CDU gegen ihn, so werde er dies aber akzeptieren, sagt Söder.

12. April: Die Führungsgremien der CDU geben Laschet volle Unterstützung, wie Generalsekretär Paul Ziemiak nach Beratungen von Präsidium und Bundesvorstand erklärt. Das CSU-Präsidium spricht sich derweil für Söder aus.

13. April: Nach einem offenen Schlagabtausch vor der Unions-Fraktion im Bundestag kündigen Laschet und Söder eine Entscheidung "in dieser Woche" an.

18. April: Mit großer Mehrheit stellt sich die Junge Union hinter Markus Söder und erhöht damit den Druck auf Laschet. Bis in die Nacht hinein ringen beide bei einem persönlichen Gespräch in Berlin vergeblich um eine Lösung.

19. April: Er stehe zwar weiter bereit, sagt Söder. Die Entscheidung müsse nun aber die CDU treffen. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung". Mache der CDU-Bundesvorstand Laschet zum Kanzlerkandidaten, könne der mit Unterstützung der CSU rechnen.

Titelfoto: Montage: dpa/Peter Kneffel, dpa/Michael Kappeler

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