Moritz Neumeier blickt nach Wahl überraschend positiv in die Zukunft
Schleswig-Holstein - Moritz Neumeier (37) startete kurz vor der Bundestagswahl den Podcast "Was will die AfD?", in dem er das Wahlprogramm der AfD beleuchtet. Das Ergebnis bei der Wahl für die teilweise als rechtsextrem eingestufte Partei: 20,8 Prozent (vorläufig): niederschmetternd. Für den Stand-up-Comedian ist das Wahlergebnis keine Riesenüberraschung.
"Über die Hälfte hat fremdenfeindlich gewählt", fasste Neumeier die Wahl am Montag auf Instagram zusammen. "Und erstaunlich viele Menschen waren der Meinung, Friedrich Merz, das ist unser Bundeskanzler. Deutschland wieder richtig peinlich."
Verwunderlich sei das für ihn nicht. Immerhin seien 40 Prozent der Menschen, die gewählt haben, über 60 Jahre alt.
"Was ist das wichtigste Thema in Deutschland bei der Wahl? Ist es das Klima, das uns alle bedroht? Ist es vielleicht die Wirtschaft, dass wir alle immer und immer mehr Geld bezahlen, sodass die da oben reicher werden? Nee, Migration. Das ist nämlich ein Ding in Deutschland", erläutert er ironisch.
Nun könne man sich überlegen, wie man mit dem Ergebnis umgeht. Zum Beispiel schaue man sich eben auch die anderen Zahlen an. Die größte Gruppe der Unter-18-Jährigen hätte, wenn sie gedurft hätte, links gewählt.
"Auch zwischen 20 und 30 Jahre alte Menschen haben gesagt, na ja, linke Politik, das ist doch irgendwie was", so Neumeier und fordert sein Publikum zum Handeln auf.
Moritz Neumeier auf Instagram: "Was nun machen nach der Wahl?"
Moritz Neumeier: "Und dann kommt eure Zeit. Nutzt das"
Zwar sei es als junger Linker eine "Scheiß-Aufgabe", in die Politik zu gehen, aber jetzt sei die Chance.
"Im besten Fall suchst du dir drei, vier, fünf Leute und dann steigst du entweder in eine linke Partei ein oder du suchst genug Unterschriften und machst eine eigene Partei auf. Und dann gehst du in den Kreistag." Vom Kreistag in den Landtag weiter in den Bundestag, so sein Vorschlag.
"Diese ganzen alten Leute, die einfach nur noch Angst haben, dass ihnen das, was sie haben, weggenommen bekommen - warum auch immer dieses Szenario existiert -, die sind irgendwann nicht mehr da. Und dann kommt eure Zeit. Nutzt das."
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa, Screenshot/Instagram/neumeiermoritz
