Neonazi will Wahlkampf-Veranstaltung von Hans-Georg Maaßen besuchen

Crock - Der Neonazi Tommy Frenck wollte eine Wahlkampfveranstaltung von Hans-Georg Maaßen (58, CDU) in Südthüringen besuchen - doch sein Vorhaben scheiterte.

Hans-Georg Maaßen (58, CDU) bekam bei einer Wahlkampfveranstaltung in Crock in Südthüringen Besuch von einem ungebetenen Gast.
Hans-Georg Maaßen (58, CDU) bekam bei einer Wahlkampfveranstaltung in Crock in Südthüringen Besuch von einem ungebetenen Gast.  © Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa

Wie auf Twitter veröffentlichte Aufnahmen von "Spiegel TV" zeigen, war der umstrittene CDU-Bundestagskandidat am 8. September auf Wahlkampftour im "Schützenhof XXL" in der Thüringer Gemeinde Crock, nahe der Ländergrenze zu Bayern zu Gast.

Bereits vor der eigentlichen Veranstaltung ereignete sich der erste Aufreger. Der Wirt des Restaurants forderte das Kamerateam von "Spiegel TV" dazu auf, sein Grundstück zu verlassen.

"Ich möchte keine Presse hier haben." Mit diesen Worten berief er sich gegenüber den Presseleuten auf sein Hausrecht. Was war passiert? Maaßen war zu diesem Zeitpunkt in dem Restaurant und wollte vor seinem Auftritt noch etwas essen.

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"Spiegel TV" wollte ihn dabei filmen, gegebenenfalls auch ein paar Fragen stellen. Ein Umstand, der dem Wirt offenbar nicht gefiel.

Das Kamerateam verließ im Anschluss den Schützenhof XXL und filmte vor dem Restaurant weiter. Dabei nahmen sie unter anderem die Anreise von Tommy Frenck auf.

Frenck reiste mit dem Kennzeichen 1488 an - ein Szenecode, denn die 88 steht für "Heil Hitler".

Frenck geht noch vor Beginn der Veranstaltung

Der ehemalige NPD-Politiker blieb allerdings nicht allzu lange und verließ den Ort des Geschehens recht zügig. Als ihn "Spiegel TV" zur Rede stellen wollte, äußerte er sich nicht.

Hans-Georg Maaßen erwähnte später auf Twitter, dass Frenck nicht an der Wahlkampfveranstaltung teilgenommen hatte. Frenck wurde vom Wirt gebeten zu gehen. Erst im Anschluss begann die Veranstaltung, schrieb der 58-Jährige.

Zeugen, die vor Ort waren, und anwesende Journalisten konnten die Schilderungen bestätigen. Auch die Nachrichtenseite "WELT" hatte in ihrem Bericht die Angaben Maaßens bestätigt.

Gegenüber Teilnehmern soll Maaßen das Auftauchen Frencks als "Provokation" bezeichnet haben.

Korrekturhinweis

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Frenck sei vom Wirt ein Hausverbot erteilt worden. Frenck verließ die Veranstaltung freiwillig. Wir haben dies korrigiert.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa

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