Robert Habeck auf Wahlkampftour: Leidenschaftlich für die grüne Stimme

Flensburg - Mit viel Engagement und Leidenschaft hat der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck (52), am Montag in Flensburg für die Wahl seiner Partei und sich selbst als Direktkandidat für den Wahlkreis 1 Flensburg-Schleswig geworben.

Robert Habeck (52), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, klatscht während der Wahlkampfveranstaltung der Grünen am Flensburger Südermarkt.
Robert Habeck (52), Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, klatscht während der Wahlkampfveranstaltung der Grünen am Flensburger Südermarkt.  © Frank Molter/dpa

Die Grünen wollten möglichst stark in die nächste Regierung kommen, sagte Habeck. Es sei Zeit für eine neue politische Ära, eine Regierung "mit Hunger nach Verantwortung", eine Regierung, die Antworten wolle.

Er wolle nach Berlin tragen, was hier im Norden erarbeitet worden sei, betonte der frühere schleswig-holsteinische Umwelt- und Agrarminister.

"Das, was wir schon gemacht haben, auf der Bundesebene durchzusetzen." Dazu zählt nach seiner Ansicht auch, nicht in Gegensätzen zu verharren, sondern Lösungen zu finden, die beide Seiten zufriedenstellen. "Dass man sich nicht einmauert in seiner eigenen Rechthaberei" - offen für Neues, für Veränderungen. Das wolle er nach Berlin tragen – auch als Direktkandidat.

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Dass dies trotz seiner Popularität in Flensburg und Umgebung kein Selbstläufer ist, weiß auch Habeck. An seinem Einzug in den Bundestag bestehen keine Zweifel, weil der gebürtige Lübecker auf dem sicheren Platz zwei der Landesliste in Schleswig-Holstein steht.

Mit dem Versuch, der CDU-Bundestagsabgeordneten Petra Nicolaisen (55) das Direktmandat abspenstig zu machen, dürfte es jedoch ungleich schwerer werden.

Ländlicher Raum im Norden Schleswig-Holsteins ist CDU-Land

Der ländliche Raum im Norden Schleswig-Holsteins ist bisher fest in Hand der CDU. Hinzu kommt diesmal noch die Unbekannte SSW. Die Partei der dänischen Minderheit nimmt erstmals seit 60 Jahren wieder an der Bundestagswahl teil – und ihr Spitzenkandidat Stefan Seidler tritt ebenfalls im Wahlkreis 1 als Direktkandidat an.

Er könnte dem Grünen Habeck wichtige Stimmen im Kampf um das Direktmandat abnehmen – und damit einer Wahl Nicolaisens in die Hände spielen.

Habeck warb daher dafür, die Entscheidung für die Erststimme auch ein bisschen strategisch zu treffen. "Die Erststimme ist unabhängig davon zu betrachten, wie wer zum SSW steht."

Das Brückenbauen, das Verständnis für die dänische Minderheit, das Arbeiten für den Norden habe auch in seiner Partei, in seiner Person eine tiefe Verankerung.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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