Trotz sinkender Umfragewerte: Laschet stellt sich Dreikampf mit Baerbock und Scholz

Berlin - Der Druck wird nicht weniger für Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU): Der Abwärtstrend der Union verfestigt sich. Vier Wochen vor der Bundestagswahl sieht eine weitere Umfrage die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63, SPD) als stärkste Kraft.

Am Sonntagabend lädt RTL zum Triell: Hier werden Laschet, Baerbock und Scholz gegeneinander antreten.
Am Sonntagabend lädt RTL zum Triell: Hier werden Laschet, Baerbock und Scholz gegeneinander antreten.  © Rtl / Jörg Carstensen/RTL / Jörg Carstensen/dpa

Mit 24 Prozent liegen sie nun deutlich vor der Union, die nur noch auf 21 Prozent kommt. Der im Sonntagstrend ausgewiesene Wert ist der niedrigste, den Insa jemals für die CDU/CSU gemessen hat.

Beim ersten TV-Dreikampf kann Laschet sich nun neben den Spitzenkandidaten von SPD und Grünen beweisen.

Die Grünen verharren zurzeit bei 17, die FDP bei 13 Prozent, während AfD mit 11 Prozent und Linke mit 6 Prozent weiter absinken.

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CSU-Chef Markus Söder (54) warnte die Union eindringlich vor einem Machtverlust nach der Wahl am 26. September.

"Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern", sagte er. "Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt." Es komme inzwischen darauf an, dass die Union überhaupt noch vor SPD und Grünen liege.

An diesem Sonntagabend liefern sich die drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen ersten direkten Schlagabtausch im Fernsehen. Knapp zwei Stunden lang ab 20.10 Uhr werden Laschet, Scholz und die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock (40) in Berlin bei einer Live-Sendung der Sender RTL und ntv befragt.

So würde die Bundestagswahl aktuell ausgehen

Dramatische Werte für CDU und CSU: Kann das Triell die Stimmung noch verändern?

Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Bundestagswahl: Gerade liegt die SPD gegenüber CDU/CSU und Grünen vorne.
Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Bundestagswahl: Gerade liegt die SPD gegenüber CDU/CSU und Grünen vorne.  © Arne Dedert/dpa

Auch bei den Umfragewerten der Kanzlerkandidaten sieht es für die Union zunehmend düster aus: Bei einer Direktwahl würden laut Insa jetzt nur noch 10 Prozent für Laschet stimmen.

Grünen-Kandidatin Baerbock käme auf 14 Prozent. An der Spitze liegt weiter Scholz mit 31 Prozent. Klar ist aber auch: Wahlumfragen spiegeln immer nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Angesichts der dramatischen Werte für die Union setzen CDU und CSU darauf, dass Laschet in der Fernsehrunde mit einem kämpferischen Auftritt das Ruder herumreißt. Die Grünen wiederum hoffen, dass auch Baerbock wieder stärker in die Offensive kommt.

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Das Streitgespräch zwischen den drei Kanzlerkandidaten ist eine Premiere. Bisher gab es in Deutschland nur TV-Duelle - zwischen Kanzler beziehungsweise Kanzlerin und einem Herausforderer.

Beim letzten Duell traten 2017 Amtsinhaberin Angela Merkel (67, CDU) und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz (65) gegeneinander an. Diesmal ist alles anders: Im September werden zunächst ARD und ZDF und danach die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabeleins mit weiteren Triellen folgen.

Experten sind überzeugt: Die Dreikämpfe, die Millionen Menschen live am Bildschirm verfolgen werden, können in der Wählerstimmung noch viel verändern. Hinzu kommt, dass die Briefwahl bereits begonnen hat. Umso bedeutsamer ist der Zeitpunkt des Schlagabtausches.

"Da die Anzahl der Briefwähler deutlich steigt, ist es potenziell möglich, nach der Sendung gleich zu wählen. Das erhöht die Wirkung der Trielle", meint der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte.

Titelfoto: Rtl / Jörg Carstensen/RTL / Jörg Carstensen/dpa

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