Viele noch unentschlossen: Reicht's am Ende doch noch für die CDU?

Berlin - Der Wahlkampf-Countdown läuft - heute in drei Wochen fällt der Hammer! Verpasst Deutschland der Union in der Wahlkabine einen Denkzettel? Macht tatsächlich ein Genosse das Rennen? Oder können die Grünen doch noch an ihr Umfrage-Hoch von vor einem halben Jahr anknüpfen?

Noch im Frühjahr sah es so aus, als hätte Annalena Baerbock (40) gute Chancen, Deutschlands erste grüne Kanzlerin zu werden. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) liegt aktuell vorn.
Noch im Frühjahr sah es so aus, als hätte Annalena Baerbock (40) gute Chancen, Deutschlands erste grüne Kanzlerin zu werden. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) liegt aktuell vorn.  © Montage: imago images/Dominik Bund, imago images/photothek/Thomas Imo

Nein, ist Meinungsforscher Stephan Grünewald überzeugt! "Die hohen demoskopischen Werte für die SPD werden sich in der Wahlkabine nicht so einlösen", glaubt er. "Die Wähler sagen, dass sie noch nie so unentschlossen waren, und sie sind immer noch im inneren Entscheidungsprozess", sagt der Chef des Kölner Markt- und Meinungsforschungsinstituts Rheingold. Letztlich würden "dann doch viele Wähler wieder die CDU ankreuzen".

Dabei macht derzeit augenscheinlich nur SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz (63) eine gute Figur. Allerdings mehr oder weniger, weil er von der Unbeliebtheit seiner direkten Rivalen Armin Laschet (60, CDU) und Annalena Baerbock (40, Grüne) maßgeblich profitiert.

Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend kommt die SPD auf 25 Prozent, liegt fünf Prozentpunkte vor CDU/CSU (20 Prozent). Die Grünen belegen nur noch Platz drei (15 Prozent). Noch im Frühjahr lagen sie mit zeitweise 28 Prozent Wählerzustimmung ganz weit vorn.

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Doch jetzt kommt der Umfrage-Hammer: Laut Forsa würde sich die Mehrheit der Deutschen weder für Scholz noch für Laschet oder Baerbock entscheiden. Wenn Bayerns Landesvater Markus Söder (54, CSU) antreten würde, würde ihn die Mehrheit (39 Prozent) zum Kanzler machen - und damit einen Kandidaten der Union. Scholz käme nur auf 22 Prozent.

Holt Laschet noch auf?

Holt Armin Laschet (60, CDU) auf den letzten Metern doch noch auf?
Holt Armin Laschet (60, CDU) auf den letzten Metern doch noch auf?  © imago images/Future Image/Frederic Kern

Nicht zuletzt deshalb hält auch Brandenburgs CDU-Landesvorsitzender Michael Stübgen (61) den Wahlkampf trotz schlechter Umfragewerte für die Union noch für völlig offen. "Bisher ging es in der Öffentlichkeit nur um Oberflächlichkeiten und individuelle Schrittfehler der Kandidaten", sagte Stübgen am gestrigen Samstag beim CDU-Landesparteitag, bei dem auch Laschet auftrat.

Der Unions-Kanzlerkandidat sei bekannt dafür, nicht klein beizugeben. "Er ist der Mann der zweiten Halbzeit", so Stübgen weiter.

Macron lädt zum Kanzlerduell

Ist das seine Präferenz? Emmanuel Macron (43) empfängt zunächst Olaf Scholz und danach Armin Laschet.
Ist das seine Präferenz? Emmanuel Macron (43) empfängt zunächst Olaf Scholz und danach Armin Laschet.  © dpa/AP/Daniel Cole

Noch tragen sie ihr Duell in der Heimat aus, doch kommende Woche empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (43) die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (63, SPD) und Armin Laschet (60, CDU) in Paris - und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Wie die deutsche Botschaft mitteilte, darf Finanzminister Scholz zuerst kommen. Er wird bereits am Dienstag im Élysée erwartet. Sein Amtskollege Bruno Le Maire (52) sowie der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE), Mathias Cormann (50), sollen ebenfalls bei dem Treffen dabei sein.

Bei dem rund einstündigen Besuch sollen unter anderem die Themen Mindestbesteuerung, die aktuelle Entwicklung im Kampf gegen die Corona-Pandemie und der Stand der EU-Wiederaufbauprogramme im Mittelpunkt stehen.

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Die Begegnung mit NRW-Ministerpräsident Laschet soll dann am Mittwoch folgen.

Titelfoto: Montage: imago images/Dominik Bund, imago images/photothek/Thomas Imo, imago images/Future Image/Frederic Kern

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