ZDF-Politbarometer: Schafft Armin Laschet im Endspurt die Trendwende?

Mainz - Der Wahlkampf befindet sich zehn Tage vor der Bundestagswahl am 26. September im Endspurt. An den Umfragewerten ändert sich aber kaum etwas.

Nach wie vor liegen Olaf Scholz (63) und die SPD beim ZDF-Politbarometer stabil vor der Union und ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet (60).

Allerdings sagen 82 Prozent der Befragten, dass noch längst nicht feststehe, wer die Wahl gewinnen wird. Das war zum gleichen Zeitpunkt bei der letzten Bundestagswahl 2017 ganz anders: Da hielten nur 41 Prozent die Wahl noch für offen.

Nahezu alle große Parteien blieben im Vergleich zur letzten Umfrage vor einer Woche unverändert, nur die Grünen verloren leicht.
Nahezu alle große Parteien blieben im Vergleich zur letzten Umfrage vor einer Woche unverändert, nur die Grünen verloren leicht.  © ZDF/Mediengruppe Wahlen

SPD weiterhin stabil vor der Union

Müsste man bereits am kommenden Sonntag wählen, dann käme die SPD auf 25 Prozent, CDU/CSU lägen bei 22 Prozent, AfD und FDP bei 11 Prozent und Die Linke bei 6 Prozent - alle fünf Parteien unverändert, wie bei der Umfrage vor einer Woche.

Lediglich Bündnis 90/Die Grünen verlören 1 Prozent und liegen nun bei 16 Prozent. Alle anderen Parteien zusammengerechnet lägen demnach bei 9 Prozent (plus 1). Allerdings schafft es keine der kleinen Parteien über 3 Prozent.

Möglich wären somit eine Neuauflage der großen Koalition sowie verschiedene Dreierbündnisse.

Mögliche Koalitionen mit mehr Ablehnung als Zustimmung

Alle realistisch möglichen Koalitionen stoßen bei den befragten Wahlberechtigten aber auf mehr Ablehnung als auf Zustimmung.

Am besten schneidet hierbei weiterhin die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP mit einer Zustimmung von 37 Prozent und einer Ablehnung von 39 Prozent (egal: 21 Prozent) ab. Immerhin: Bei der letzten Umfrage fanden nur 33 Prozent die Ampel gut und 41 Prozent schlecht.

Eine große Koalition unter SPD-Führung finden 34 Prozent gut und 45 Prozent schlecht. 30 Prozent befürworten ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP; 52 lehnen dies ab.

Eine wie bisher von CDU/CSU geführte große Koalition findet ebenfalls 30 Prozent Zustimmung, aber sogar 55 Prozent Ablehnung. Das unbeliebteste Bündnis ist Rot-Grün-Rot, das 27 Prozent positiv und 56 Prozent negativ bewerten.

Endspurt im Wahlkampf: Plakatwände mit den Kanzlerkandidaten (l-r) Annalena Baerbock (40, Grüne), Olaf Scholz (63, SPD) und Armin Laschet (60, CDU).
Endspurt im Wahlkampf: Plakatwände mit den Kanzlerkandidaten (l-r) Annalena Baerbock (40, Grüne), Olaf Scholz (63, SPD) und Armin Laschet (60, CDU).  © dpa/Kay Nietfeld

Olaf Scholz beliebtester Kandidat, Armin Laschet verbessert sich leicht

Bei der Frage, welcher der drei Spitzenkandidaten für das Amt als Kanzlerin oder Kanzler am besten geeignet sei, liegt Scholz (67 Prozent) weiterhin klar von Armin Laschet (29 Prozent) und der Annalena Baerbock (40, Grüne) mit 26 Prozent.

Nahezu unverändert sind die Umfragewerte bei der sogenannten "K-Frage", wen die Befragten am liebsten als Kanzlerin oder Kanzler sehen würden.

48 (unverändert) wünschen sich Scholz als Kanzler, Laschet verbessert sich leicht auf 22 Prozent (plus), Baerbock kommt auf 15 Prozent (minus 1).

Wie immer wurde die Umfrage für das ZDF-Politbarometer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt, die in der Zeit vom 14. bis zum 1t6. September 1406 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragte.

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Kay Nietfeld, ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

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