Wer wird Kanzler? Scholz und Laschet beanspruchen Regierung für sich

Berlin - Deutschland hat gewählt! Nach der Schließung der Wahllokale und der beginnenden Auszählung der Bundestagswahl 2021 zeichnet sich ein enges Rennen um die Kanzlerschaft zwischen SPD und CDU ab. Beide Kanzlerkandidaten Armin Laschet (60, CDU) und Olaf Scholz (63, SPD) könnten beide die Nachfolge von Angela Merkel (66, CDU) antreten. Beide beanspruchen die Kanzlerschaft für sich.

Olaf Scholz (63, SPD) sieht angesichts der Zugewinne einen Regierungsauftrag für seine Partei der Sozialdemokraten.
Olaf Scholz (63, SPD) sieht angesichts der Zugewinne einen Regierungsauftrag für seine Partei der Sozialdemokraten.  © Wolfgang Kumm/dpa

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht angesichts der Zugewinne bei der Bundestagswahl einen Regierungsauftrag für seine Partei.

"Dass wir jetzt die ersten Hochrechnungen haben, die zeigen, die SPD kriegt viel Unterstützung von den Bürgerinnen und Bürgern, das ist ein Auftrag, dafür zu sorgen, dass all das, was in dieser Wahl besprochen wurde und was wir vorgeschlagen haben, auch umgesetzt wird", sagte Scholz am Sonntagabend in Berlin.

"Natürlich freue ich mich über das Wahlergebnis", sagte der amtierende Vizekanzler bei der Wahlparty in der SPD-Zentrale.

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"Das ist ein großer Erfolg."

Viele Wählerinnen und Wähler hätten deutlich gemacht, dass sie einen "Wechsel in der Regierung" wollten und dass der nächste Kanzler Olaf Scholz heißen solle, so der 63-Jährige gegenüber Medien.

Bündnis mit FDP und Grünen auch als Zweitplatzierte für Scholz oder Laschet möglich

Armin Laschet (60, CDU) will dennoch eine Regierung unter Führung der Union bilden.
Armin Laschet (60, CDU) will dennoch eine Regierung unter Führung der Union bilden.  © Michael Kappeler/dpa

Ganz ähnliche Töne hört man aus den Reihen der CDU.

So will Armin Laschet trotz der massiven Verluste versuchen, eine Regierung zu schmieden.

"Eine Stimme für die Union ist eine Stimme gegen eine linksgeführte Bundesregierung. Und deshalb werden wir alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden", sagte er.

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"Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition, die unser Land modernisiert."

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (36) sprach von einer "Zukunftskoalition" aus Union, Grünen und FDP.

Auch CSU-Chef Markus Söder (54) sprach sich für ein "Bündnis der Vernunft" unter Führung Laschets aus: "Wir glauben fest an die Idee eines Jamaika-Bündnisses."

Nicht ausgeschlossen ist, dass Laschet oder Scholz auch als Zweitplatzierte versuchen könnten, ein Bündnis mit Grünen und FDP zu schmieden. Das wäre kein Novum. Willy Brandt wurde 1969 Kanzler einer sozialliberalen Koalition, obwohl die SPD nur auf Platz zwei gelandet war. Genauso war es bei Helmut Schmidt 1976 und 1980.

Falls die Ergebnisse ausreichen, wäre auch eine rot-grüne-rote Koalition denkbar.

Titelfoto: Montage: Wolfgang Kumm/dpa, Michael Kappeler/dpa

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