Wird diese Hamburger Politikerin Schäubles Nachfolgerin?

Hamburg/Berlin - Noch ist Wolfgang Schäuble (79, CDU) Bundestagspräsident. Das wird sich nach der Wahl wohl ändern. Wer also tritt seine Nachfolge an? Womöglich eine bekannte Hamburger Politikerin.

Wolfgang Schäuble (79, CDU) war vier Jahre lang Bundestagspräsident, nun wird jemand anders den Posten übernehmen.
Wolfgang Schäuble (79, CDU) war vier Jahre lang Bundestagspräsident, nun wird jemand anders den Posten übernehmen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der Tagesspiegel berichtete, soll die sozialdemokratische Abgeordnete Aydan Özoğuz (54) für den wichtigen Posten im Gespräch sein. Das Berliner Blatt beruft sich dabei auf Informationen aus SPD-Kreisen. Demnach gelte die 54-Jährige als "hervorragend qualifiziert".

In der Regel stellt die stärkste Fraktion im Parlament den Bundestagspräsidenten. Das ist nach der Wahl am Sonntag die SPD.

Schäuble hat das Amt seit 2017 inne. Beim ersten Zusammenkommen des neuen Bundestags wird als erste wichtige politische Handlung der Präsident oder die Präsidentin gewählt.

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Noch gibt es zwar keinen Termin für die konstituierende Sitzung, doch sie muss innerhalb von 30 Tagen nach der Bundestagswahl erfolgen – also spätestens bis zum 26. Oktober.

Zu dem Zeitpunkt muss allerdings noch keine neue Bundesregierung stehen. Nach der Wahl 2017 dauerten die Koalitionsverhandlungen sogar noch mehrere Monate an.

Das ist Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz (54) kam durch Olaf Scholz in die Hamburger Politik.
Aydan Özoğuz (54) kam durch Olaf Scholz in die Hamburger Politik.  © Markus Scholz/dpa

Die letzte Amtszeit einer Bundestagspräsidentin endete vor 23 Jahren. Damals wurde Rita Süssmuth (84, CDU) von Wolfgang Thierse (77, SPD) abgelöst und es gab die erste rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder (77, SPD).

Özoğuz wäre der 14. Mensch und nach Annemarie Renger (1919 - 2008, SPD) und Süssmuth erst die dritte Frau seit 1949 in diesem Amt.

Die Hamburgerin begann ihre politische Karriere 2001 in der Bürgerschaft, wo sie bis 2008 Mitglied war. Der damalige SPD-Landeschef und heutige Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) half Özoğuz in die Politik.

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Im Jahr 2009 zog sie über die Landesliste erstmals in den Bundestag ein. Vier Jahre später gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis 22 - Hamburg-Wandsbek. Seitdem hat sie es zweimal erfolgreich verteidigt. Am Sonntag holte sie 38,7 Prozent der Erststimmen, die Zweitplatzierte Franziska Hoppermann (39, CDU) kam auf 19,2 Prozent.

Bundesweit bekannt wurde die SPD-Politikerin durch ihre Funktion als Integrationsbeauftragte in Angela Merkels (67, CDU) Kabinett (2013 bis 2017). Der damalige AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland (80) sprach im Wahlkampf davon, Özoğuz "in Anatolien entsorgen" zu wollen. Ermittlungen wegen Volksverhetzung wurden eingestellt.

Titelfoto: Montage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa, Markus Scholz/dpa

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