"Sicherer als im Supermarkt": Neuer Rekord bei Kommunalwahl erwartet

Düsseldorf/Bielefeld – Zwei Wochen vor den Kommunalwahlen in NRW haben mehr Wähler die Briefwahl beantragt als je zuvor – unter anderem wegen der Corona-Pandemie. Doch auch beim persönlichen Gang zur Wahlurne besteht keine erhöhte Ansteckungsgefahr.

Am 13. September 2020 sind in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen. Die Briefwahl ist in Corona-Zeiten so gefragt wie nie. (Symbolbild)
Am 13. September 2020 sind in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen. Die Briefwahl ist in Corona-Zeiten so gefragt wie nie. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Noch nie war die Briefwahl bei einer Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen so beliebt wie im Corona-Jahr. Ob aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus im Wahllokal oder nicht - die flexible Wahl per Brief liegt im Trend.

Mehrere nordrhein-westfälische Städte berichten, dass Briefwahlunterlagen vor der Wahl am 13. September öfter angefragt wurden als im gleichen Zeitraum vor den Kommunalwahlen 2014. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in mehreren NRW-Städten.

Schon zwei Wochen vor der Wahl knackt die Städteregion Aachen den Rekord an Briefwählern. Es hätten sich bereits 18 Prozent der Wahlberechtigten gemeldet – bei der vergangenen Kommunalwahl 2014 hatten insgesamt 16,5 Prozent der Wahleberechtigten per Brief abgestimmt.

In Bielefeld beantragten bislang rund 16 Prozent der Stimmberechtigten die Briefwahl. Das waren rund zehn Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum vor der Kommunalwahl 2014.

"Die Briefwahl ist einfach bequemer für Wähler", sagt Ruth Goebel, Leiterin des Wahlteams in Bielefeld. "Wegen der Briefwahl können auch diejenigen wählen, die am Wahltag selbst nicht da sind."

Ähnlich sah es auch in Münster und Dortmund aus. "Aufgrund der Corona-Pandemie trägt die Briefwahl eventuell dazu bei, dass die Wahlbeteiligung nicht sinkt", sagt ein Sprecher der Stadt Dortmund.

Andererseits mache der Briefwahltrend die Vorbereitung und Durchführung einer Wahl aber auch komplizierter, aufwendiger und teurer, teilte die Stadt Düsseldorf mit.

Gang zur Wahlurne birgt kein erhöhtes Ansteckungsrisiko

Ein Briefträger der Deutschen Post hält eine Wahlbenachrichtigung in der Hand. Stimmzettel können bis spätestens zwei Tage vor der Wahl bestellt werden. (Symbolbild)
Ein Briefträger der Deutschen Post hält eine Wahlbenachrichtigung in der Hand. Stimmzettel können bis spätestens zwei Tage vor der Wahl bestellt werden. (Symbolbild)  © Jonas Güttler/dpa

Bis spätestens zwei Tage vor der Wahl kann der Stimmzettel bestellt werden – allerdings muss er ausgefüllt am Wahlsonntag eingegangen sein.

Angst vor der Urnenwahl während der Pandemie brauche aber keiner haben. "Bei der Stimmabgabe ist man sicherer als im Supermarkt", betont eine Sprecherin der Stadt Köln.

Die größte Stadt des Landes rechnet mit 200.000 Briefwählern, rund 60.000 mehr als noch 2014. Demnach würde bei dieser Wahl rund ein Viertel aller rund 820.000 Wahlberechtigten ihre Stimme vorab mittels Briefwahl abgeben. 

"Wir erreichen dieses Jahr auf jeden Fall einen neuen Rekordwert", sagte die Sprecherin.

Sie ist sicher: Die Briefwahl steigert auch die Wahlbeteiligung. Tausend kleine Gründe könnten Menschen von der Wahl am Wahltag abhalten.

"Früher konnte man an der Wahlbeteiligung sogar das Wetter an diesem Tag ablesen – bei extremen Wetter war die Wahlbeteiligung geringer."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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