Kommunalwahlen in NRW: Prognose sieht CDU vorn, SPD mit Verlusten

Düsseldorf – Rund 14 Millionen Bürger stimmen am Sonntag bei der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl ab, wer in den nächsten fünf Jahren die Entscheidungen in ihren Wohnorten treffen soll. Die Wahllokale öffneten um 8 Uhr, um 18 Uhr soll ausgezählt werden.

Am Sonntag können sich rund 14 Millionen Bürger an den Kommunalwahlen beteiligen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr. (Symbolbild)
Am Sonntag können sich rund 14 Millionen Bürger an den Kommunalwahlen beteiligen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr. (Symbolbild)  © Ina Fassbender/dpa

Gewählt werden Bürgermeister, Oberbürgermeister (OB), Landräte sowie Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage und Bezirksvertretungen in kreisfreien Städten. Zudem werden Integrationsräte gewählt.

Wegen der Corona-Pandemie sind in diesem Jahr zahlreiche Schutzvorkehrungen zu beachten: In allen Wahllokalen gelten Maskenpflicht und 1,5 Meter Mindestabstand. Wähler haben einen eigenen Stift mitzubringen.

Viele Bürger haben aus Angst vor einer Corona-Infektion in diesem Jahr schon per Brief gewählt.

Etliche Städte und Gemeinden meldeten einen deutlichen Anstieg der Anträge im Vergleich zur Kommunalwahl 2014. Damals hatte der Anteil der Briefwähler nach Angaben des Landeswahlleiters bei 26,5 Prozent gelegen.

Die Kommunalwahl im einwohnerstärksten Bundesland ist die letzte große Wahl in diesem Jahr in Deutschland.

Update, 21.35 Uhr: Bonner OB Sridharan muss in Stichwahl gegen Grünen-Kandidatin Dörner

Bonns Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan muss in die Stichwahl.
Bonns Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan muss in die Stichwahl.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Bonns Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan (CDU) muss sich einer Stichwahl stellen. 

Bei der OB-Wahl am Sonntag erhielt er zwar mit 34,46 Prozent der Stimmen den meisten Zuspruch, wie die Stadt mitteilte. Für die nötige absolute Mehrheit reichte es aber nicht. 

Mit 27,59 Prozent der Stimmen landete die Grünen-Kandidatin Katja Dörner auf dem zweiten Platz. Die Bonner müssen sich nun in einem zweiten Wahlgang am 27. September zwischen ihr und Sridharan entscheiden.

Sridharan ist seit 2015 im Amt. Damals brach er für die CDU das mehr als 20 Jahre währende Abo der SPD auf den Bonner OB-Sessel. 

Zudem wurde erstmals ein CDU-Politiker mit Migrationshintergrund Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Dörner ist Bundestagsabgeordnete.

Update, 21.22 Uhr: Sonsbecker Bürgermeister trotz Corona-Quarantäne wiedergewählt

Der Sonsbecker Bürgermeister Heiko Schmidt (CDU) ist trotz seiner Corona-Quarantäne in den letzten Tagen vor den Kommunalwahlen mit sehr großem Vorsprung im Amt bestätigt worden. 

Der 43-jährige erhielt 76,38 Prozent der Stimmen, wie die Gemeinde am Sonntagabend mitteilte. Schmidt hatte sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben müssen, nachdem ein Bekannter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Damit konnte er im Wahlkampf-Endspurt nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen.

Update, 20.38 Uhr: Böhmermann kommentiert das Wahlergebnis

Jan Böhmermann äußerte sich auf Twitter zur Wahl und dem wohl starken Ergebnis der Grünen: "Bei dem Wahlergebnis in der Horror-Autostadt Köln kann man erwarten, dass jetzt umgehend mind. 50% der Straßen in Fahrradwege ungewandelt werden."

Update, 20.25 Uhr: Wiederwahl von Heinsberger Landrat Pusch sehr wahrscheinlich

Bei der Landratswahl im Kreis Heinsberg zeichnet sich die Wiederwahl von Landrat Stephan Pusch (CDU) im ersten Wahlgang mit einem deutlichen Sieg ab. Nach Auszählung von 203 der 242 Stimmbezirke lag Pusch mit 79,73 Prozent deutlich vor seinen Herausforderern, die bei diesem Zwischenergebnis jeweils unter 10 Prozent lagen, wie aus einer Online-Übersicht des Kreises Heinsberg am Sonntag hervorging.

Pusch war durch sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie bundesweit bekannt geworden. Der 51 Jahre alte Jurist steht seit 2004 an der Spitze des Kreises mit 253.000 Einwohnern im Westen von Nordrhein-Westfalen. 

Schon bei der Wahl 2014 hatte Pusch mit fast 60 Prozent der Stimmen auf Anhieb die Wiederwahl geschafft.

Stephan Pusch ist Landrat im Kreis Heinsberg und bleibt es wohl auch.
Stephan Pusch ist Landrat im Kreis Heinsberg und bleibt es wohl auch.  © Henning Kaiser/dpa

Update, 20.02 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen bei OB-Wahl in Düsseldorf

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Düsseldorf liefern sich Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) und sein CDU-Herausforderer Stephan Keller wie erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 

Nach Auszählung von 215 von 454 Stimmbezirken lag Keller mit 30,99 Prozent knapp vor Geisel (28,64 Prozent), wie aus einer Online-Übersicht der Landeshauptstadt hervorging.

Update, 20.01 Uhr: Letzte Wahllokale in Bochum schließen erst um 19 Uhr

Bei den Kommunalwahlen in Bochum haben die letzten Wahllokale erst gegen 19.00 Uhr geschlossen. 

Grund waren lange Warteschlangen vor den Lokalen, wie Stadtsprecher Thomas Sprenger sagt. Erst eine Stunde später hätten dann alle, die sich bis 18.00 Uhr angestellt hätten, auch ihre Stimme abgegeben. 

Sprenger berichtete von mehr als zehn Wahllokalen mit Warteschlangen. Hauptgrund für die Verzögerungen sei der Infektionsschutz gewesen: Viele Wahlräume hätten nur von zwei Wählern gleichzeitig betreten werden dürfen.

Update, 20 Uhr: OB-Stichwahlen auch in Wuppertal und Mönchengladbach wahrscheinlich

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Wuppertal zeichnet sich eine Stichwahl zwischen dem SPD-Amtsinhaber Andreas Mucke und dem gemeinsamen Kandidat von CDU und Grünen, Uwe Schneidewind, ab. 

Die beiden Politiker lieferten sich am Sonntagabend ein Kopf-an-Kopf-Rennen weit vor allen anderen Bewerbern. Nach 174 von 272 Ergebnissen kam Mucke auf 38,8 Prozent und Schneidewind auf 37,6 Prozent, wie die Stadt online mitteilte.

Auch in Mönchengladbach deutet sich nach ersten Ergebnissen eine Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters an. Nach Auszählung von rund zwei Drittel der abgegebenen Stimmen lag SPD-Kandidat Felix Heinrichs mit rund 38 Prozent an der Spitze. 

Dahinter folgte Frank Boss (CDU) mit 28,5 Prozent. Grünen-Kandidat Boris Wolkowski konnte demnach knapp 17 Prozent der Wähler überzeugen.

Update, 19.55 Uhr: Esken: Enttäuschendes SPD-Ergebnis bei NRW-Kommunalwahlen

Saskia Esken ist Parteivorsitzende der SPD.
Saskia Esken ist Parteivorsitzende der SPD.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Absturz der SPD bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen ist nach den Worten der Parteivorsitzenden Saskia Esken bitter. 

"Das ist natürlich ein enttäuschendes Ergebnis", sagte sie am Sonntagabend im ZDF. "Es ist uns nicht gelungen, deutlich zu machen, dass es einen Unterschied macht, wo Sozialdemokraten regieren."

Ihre Partei habe sich ein besseres Abschneiden gewünscht, aber es seien tatsächlich Kommunalwahlen, sagte sie auf die Frage, ob der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, keine Zugkraft habe.

Die SPD verlor laut der ersten Hochrechnung fast acht Prozentpunkte und kommt nur noch auf 23,7 Prozent der Stimmen. Damit rangiert sie aber noch auf Platz zwei vor den Grünen, die deutlich zulegen konnten.

Update, 19.30 Uhr: Erste Hochrechnung: CDU bleibt stärkste Kraft in NRW

Die CDU bleibt in den Kommunen von Nordrhein-Westfalen deutlich stärkste Kraft. 

Laut der ersten Hochrechnung zu den Kommunalwahlen von kurz nach 19.00 Uhr kommen die Christdemokraten landesweit auf 36,2 Prozent. Das sind 1,3 Prozentpunkte weniger als bei den Kommunalwahlen 2014, wie der WDR berichtete. 

Es folgt die SPD mit 23,7 Prozent und einem Minus von 7,7 Prozentpunkten. Die Grünen steigern ihr Ergebnis um 7,4 auf 19,1 Prozent. Die FDP erreicht 4,3 Prozent (minus 0,4), die Linke 3,7 Prozent (minus 1,0) und die AfD 5,9 Prozent (plus 3,3).

Update, 19.15 Uhr: Auszählung in Bochum läuft, verdächtige Gegenstände werden untersucht

Bei den Kommunalwahlen in NRW sind in Bochum nach dem Fund von verdächtigen Gegenständen in Wahlumschlägen zeitweise gleich zwei Briefwahlzentren geräumt worden. 

Die Polizei stellte die Umschläge sicher. Anschließend konnten die Wahlhelfer ihre Arbeit in den Zentren fortsetzen. Die Auszählung laufe, teilte die Stadt am Sonntagabend auf Twitter mit. 

Die Umschläge würden nun untersucht. Verletzte gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers nicht.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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