CDU kassiert heftige Klatsche bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Mainz/Stuttgart - Ein schleppender Impfstart, ewige Termin-Diskussionen um Schnelltests und zuletzt die Affäre um dubiose Maskengeschäfte von Abgeordneten waren den Bürgern wohl doch zu viel. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz muss die CDU ersten Prognosen (Stand: 18 Uhr) zufolge ordentlich federn lassen - und hat dabei wohl noch Glück im Unglück.

Kriegt er jetzt etwa Kopfschmerzen wegen der Masken-Affäre? Christian Baldauf (53), CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
Kriegt er jetzt etwa Kopfschmerzen wegen der Masken-Affäre? Christian Baldauf (53), CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.  © dpa/Andreas Arnold

So läuft die Union in Baden-Württemberg bei 23,0 Prozent der Stimmen ein, 2016 waren es noch 27,0 Prozent gewesen. Noch schlimmer sieht es in Rheinland-Pfalz aus. Hier kommt die Partei um Spitzenkandidat Christian Baldauf (53) auf 26 Prozent - 2016 hatte man noch bei 31,8 Prozent gelegen.

Doch gut möglich, dass es am Ende genau jene Pandemie war, die die CDU vor einem noch größeren Debakel bewahrt hat.

Wegen der hohen Infektionszahlen gaben viele Wähler ihre Stimme bereits vorher per Briefwahl ab und hatten womöglich schon ihr Kreuz gesetzt, bevor die Affäre um die Abgeordneten Georg Nüßlein (51, CSU) und Nikolas Löbel (34, CDU) so richtig hochkochte.

So steht's um die anderen Parteien

Susanne Eisenmann (56, CDU), Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Susanne Eisenmann (56, CDU), Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg.  © dpa/Sebastian Gollnow

Beruhigt weiter regieren kann hingegen Winfried Kretschmann (72). So kommen die Grünen in Baden-Württemberg auf 31,5 Prozent und übertreffen sogar ihr Ergebnis von vor fünf Jahren, als man noch 30,3 Prozent der Wähler von sich überzeugen konnte. Richtig eng ist es hingegen im Rennen um die Dritte Kraft im Land. Die AfD liegt bei 12,5 Prozent (2016: 15,1 Prozent), die SPD bei 10,5 (12,7) und die FPD bei 11 (8,3).

Auch für die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (60) schaut es nach den ersten Prognosen gut aus. Zwar entschieden sich nicht mehr ganz so viele Wähler (2016: 36,2 Prozent) für die SPD, doch 34,5 Prozent bedeuten weiterhin einen soliden Vorsprung auf die Verfolger. Mit 10,5 Prozent bleibt die AfD (12,6) knapp zweistellig, gefolgt von den Grünen mit 8,5 (5,3) und der FDP mit 6,5 Prozent (6,2).

Ultra spannend wird der Abend für alle Anhänger der Freien Wähler - aktuell liegen sie in Rheinland mit 5,5 ganz knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. In Baden-Württemberg erreichten sie der ersten Prognose nach jedoch nur 3 Prozent.

Die Linken spielen derweil in beiden Ländern keine große Rolle und werden höchstwahrscheinlich den Einzug in die Parlamente von Mainz und Stuttgart verpassen.

Titelfoto: Montage: dpa/Andreas Arnold, dpa/Sebastian Gollnow

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