Schwesig verliert an Zustimmung: Kommt nach der Wahl rot-rot-grün?

Schwerin - Die rot-schwarze Regierung in Mecklenburg-Vorpommern verliert wenige Monate vor der Landtagswahl in der Gunst der Wähler.

Die SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46) verliert in der Gunst der Wähler.
Die SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46) verliert in der Gunst der Wähler.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Laut einer neuen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von NDR, Ostsee-Zeitung (OZ) und Schweriner Volkszeitung (SVZ) reichen die Zustimmungswerte vermutlich nicht für eine Neuauflage der Großen Koalition.

Bei der Sonntagsfrage gaben nur noch 23 Prozent an, ihr Kreuz bei der SPD machen zu wollen. Bei der Wahl im Jahr 2016 erhielten die Sozialdemokraten 30,6 Prozent. Sie verlieren damit 7,6 Prozentpunkte.

Die CDU kommt laut Umfrage mit 21 Prozent auf Platz 2, das ist 2 Prozentpunkte besser als bei der Wahl vor fünf Jahren. Da landeten die Christdemokraten an dritter Stelle knapp hinter der AfD. Allerdings hatte die CDU in vorherigen Umfragen schon deutlich mehr Stimmenanteil.

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Auch die AfD verliert an Zustimmung. Wählten im Jahr 2016 20,8 Prozent die in weiten Teilen rechtsextreme Partei, sind es in der Umfrage noch 17 Prozent.

Großer Gewinner dürften Bündnis90/Die Grünen werden. Bei der letzten Wahl flogen sie mit 4,8 Prozent knapp aus dem Landtag. Heute wären sie mit 14 Prozent viertstärkste Kraft.

Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Für welche Regierungskoalition reicht es in Schwerin?

Nach der Wahl könnten im Landtag im Schweriner Schloss wieder Vertreter von sechs Parteien sitzen.
Nach der Wahl könnten im Landtag im Schweriner Schloss wieder Vertreter von sechs Parteien sitzen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

An fünfter Stelle kommt mit leichten Verlusten die Partei Die Linke. 11 Prozent der Umfrageteilnehmer würden sie wählen. Bei der Landtagswahl 2016 waren es 13,2 Prozent.

Jubel dürfte die Umfrage bei der FDP auslösen. Die Liberalen wären demnach mit 6 Prozent ebenfalls wieder im Landtag drin. Zuletzt gehörten sie ihm von 2006 bis 2011 an und davor von 1990 bis 1994. Bei der Wahl 2016 bekam die FDP 3 Prozent der Stimmen.

Nach der Umfrage dürfte bei den Spitzenpolitikern in Mecklenburg-Vorpommern strategische Rechenspiele beginnen. Wer könnte mit wem koalieren?

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Zweierbündnisse reichen nicht mehr aus. Erstmals müssten seit der Wiedervereinigung drei Parteien eine Koalition schmieden. SPD, CDU und FDP hätten zusammen genug Stimmen, aber auch eine Regierung aus SPD, Grünen und Linke.

Mit Parteienvielfalt kennen sich die Parlamentarier in Schwerin schon länger aus. Zuletzt saßen nach der Wahl im Jahr 2011 Abgeordnete von sechs Parteien im Landtag.

Die Umfrage hat auch die Beliebtheit der Politiker abgefragt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) verliert deutlich. Im Herbst 2020 sahen noch 75 Prozent ihre Arbeit positiv, nun sind es 57 Prozent. Damit ist Schwesig aber weiterhin die beliebteste Spitzenkandidatin im Land.

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist am 26. September 2021. Parallel werden auch der Bundestag sowie die Parlamente in Berlin und Thüringen gewählt.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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