Viel Freude, bisschen Trauer: So reagieren Politiker auf die CDU-Klatsche

Mainz/Stuttgart - Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben für deutschlandweite Reaktionen der Politik gesorgt. Während die SPD frohlockte, begann die CDU mit der Analyse ihrer historischen Klatsche.

Die großen Gewinner des Wahl-Abends: Winfried Kretschmann (72, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Malu Dreyer (60, SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Beide werden weiterhin im Amt bleiben.
Die großen Gewinner des Wahl-Abends: Winfried Kretschmann (72, Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Malu Dreyer (60, SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Beide werden weiterhin im Amt bleiben.  © Montage: dpa/Uli Deck, dpa/ZDF/Torsten Silz

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (62) war mit der Welt voll und ganz zufrieden: "Es ist ein guter Tag, weil er auch zeigt, dass Regierungsbildung ohne die CDU möglich ist in Deutschland", sagte er der ARD. "Es ist viel möglich, und ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Auch das ist heute sichtbar geworden, dass das geht."

Ebenso sieht Christian Lindner (42), Chef der FDP, seine Partei nach dem Wahlabend auf dem richtigen Weg. Die FDP habe an politischem Gewicht und mit ihren Themen "immer mehr Traktion gewonnen".

Für Grünen-Chef Robert Habeck (51) feierte gerade das Ergebnis in Baden-Württemberg als einen "großen grünen Wahlsieg". Die Ergebnisse würden der Partei Rückenwind für die Bundestagswahl geben. Auch seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock (40) sprach von einem "großen Wahlergebnis".

Maskenaffäre war großes Problem im CDU-Wahlkampf

Robert Habeck (51, Bündnis90/Die Grünen) und Christian Lindner (42, FDP) sind mit dem Ausgang der Wahl zufrieden.
Robert Habeck (51, Bündnis90/Die Grünen) und Christian Lindner (42, FDP) sind mit dem Ausgang der Wahl zufrieden.  © Montage: dpa/Andreas Arnold, dpa/zb/Kira Hofmann

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) machte in einem ersten Statement die Corona-Politik der vergangen Wochen sowie die Maskenaffäre für die herbe Wahlschlappe seiner Partei verantwortlich. "Dass das die Menschen verärgert und man das auch an so einem Wahlergebnis sieht, ist doch mehr als verständlich."

Die Korruptionsaffäre nannte auch die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (48) dem ZDF als möglichen Grund. "Das war sicherlich alles andere als Rückenwind für Wahlkämpfer, die damit überhaupt nichts zu tun haben."

Schleswig-Holsteins MP Daniel Günther (47, CDU) sprang ebenfalls auf den Maskenzug auf, nannte aber auch den Amtsbonus als entscheidenden Faktor für die Siege von Dreyer und Kretschmann.

Julia Klöckner (48, CDU) und Jörg Meuthen (59, AfD) sahen ihre Parteien bei den Ausgangslagen in diesem Jahr schon im Nachteil.
Julia Klöckner (48, CDU) und Jörg Meuthen (59, AfD) sahen ihre Parteien bei den Ausgangslagen in diesem Jahr schon im Nachteil.  © Montage: dpa/Bernd von Jutrczenka, dpa/Rolf Vennenbernd

Bei den Linken herrschte indes Enttäuschung, den Einzug in beide Landtage verfehlt zu haben. Co-Chefin Janine Wissler (39): "Wir hätten uns deutlich mehr gewünscht", "haben unser Ziel, in beide Landtage einzuziehen, verpasst", sagte sie zu ARD und ZDF.

Jörg Meuthen (59, AfD) gab dem Vorgehen des Verfassungsschutzes und der Medienberichterstattung in den vergangenen Tagen eine Mitschuld an den Stimmrückgängen seiner Partei. Dennoch könne niemand bestreiten, dass man mittlerweile in den Parlamenten fest verankert sei.

Titelfoto: Montage: dpa/Uli Deck, dpa/ZDF/Torsten Silz

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