Wie im Märchen! Die sieben schönsten Schlösser Deutschlands

Deutschland - Sie waren einst stolze Symbole für Pracht, Prunk und Adel, dienen heute oft als Kulisse für Fantasiefilme: Märchenschlösser ziehen jährlich Millionen Besucher mystisch in ihren Bann.

In diesem Winter hat man die wohl einmalige Chance, keinen Selfie-Sticks von asiatischen oder US-amerikanischen Schloss-Touristen ausweichen zu müssen. Denn die fehlen coronabedingt.

So nehmen wir Euch mit auf eine ganz intime Schlössertour quer durch die Republik. Besuchen kann man die prächtigen Bauten an romantischen Orten im Lockdown light derzeit zwar nicht.

Aber Schwelgen und Planen sind natürlich erlaubt. Und schon bald werden die Märchenschlösser wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt - ganz bestimmt.

Neuschwanstein

Es gilt als Mutter aller Märchenschlösser, ist sogar als Silhouette vor Disney-Filmen zu sehen und galt als Vorbild für das Cinderella-Schloss in Disney-Parks: Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau bei Füssen im Allgäu war noch nicht vollendet, als sein Bauherr 1886 ertrank - der Märchenkönig Ludwig II. (F.l.). Jeden Tag kommen bis zu 6000 Touristen. Eine Wanderung zum Schloss über die 90 Meter hohe Marienbrücke über dem Pöllatfall dauert 30 Minuten, mit Pferdekutsche oder Shuttlebus geht's schneller. Das Schloss, das dem Komponisten Richard Wagner gewidmet wurde, ist zwar gerade geschlossen, doch die Parkanlagen können besucht werden. Noch mehr Lust auf Schlösser von König Ludwig II.? Dann auf nach Linderhof und Herrenchiemsee...

• Geöffnet: tgl. 10 - 16 Uhr. Eintritt: 13/12 Euro.

Das Schloss Neuschwanstein.
Das Schloss Neuschwanstein.  © imago images/Robert Harding, Archiv

Würzburg

Napoleon nannte das Würzburger Schloss bei einem Besuch mal "prachtvollstes Pfarrhaus in Europas": Die ehemalige Residenz der Würzburger Fürstbischöfe gehört zu Europas schönsten Schlossanlagen des Spätbarock, schmückt sich seit 1981 mit dem UNESCO-Welterbetitel. Man besucht quasi drei Städte auf einmal, lernt die Schlossarchitektur von Versailles, Florentiner Baukunst und Wiener Barock kennen.

Weltberühmt ist vor allem das Treppenhaus mit dem 18 mal 30 Meter messenden größten Deckenfresko der Welt, das Szenen aus vier Kontinenten zeigt. Nur der Spiegel- und der Weiße Saal sind nicht mehr original. Sie wurden - wie drei Viertel des Schlosses - bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstört, mussten rekonstruiert werden.

• Geöffnet: im Winterhalbjahr tgl. 10 - 16.30 Uhr, Eintritt: 9/8 Euro.

Das Würzburger Schloss.
Das Würzburger Schloss.  © imago images/imagebroker

Charlottenburg

Es glänzt mit einer prachtvollen Gemäldesammlung, einer Silberkammer, dem Porzellankabinett und der Goldenen Galerie. Vorbild für Schloss Charlottenburg in Berlin war kein geringeres als Versailles. Bis heute ist Charlottenburg die größte Schlossanlage von Berlin. In der ehemaligen Sommerresidenz der Hohenzollern hielt König Friedrich II. seine freimaurerische Hofloge ab. Das Porträt von Friedrich dem Großen (F.r.) - gezeichnet von Anton Graff - ist als Original übrigens auch im Charlottenburger Schloss zu sehen. Zwischen 2004 und 2006 zog noch einmal ein Staatsoberhaupt ein: Während Schloss Bellevue renoviert wurde, residierte hier Bundespräsident Horst Köhler. Der 55 Hektar große Schlossgarten lädt zum Flanieren wie anno dazumal ein.

• Geöffnet: Di - So 10 - 16.30 Uhr. Eintritt: 12/8 Euro.

Schloss Charlottenburg.
Schloss Charlottenburg.  © imago images/imagebroker, Archiv

Sanssouci

Wir bleiben auf den Spuren vom "Alten Fritz". Denn als es König Friedrich II. auf Schloss Charlottenburg in Berlin offenbar zu trubelig wurde, ließ er sich nach eigenen Plänen das intimere Lustschloss Sanssouci als Sommerwohnsitz und dem Namen nach Ort "ohne Sorgen" auf den Weinbergterrassen in Potsdam bauen. Hier traf er zum Beispiel mit Voltaire zusammen. Im Park wartet das Chinesische Teehaus, hinter dem Schloss die Historische Mühle. Seit 1991 liegt der umgebettete Preußen-König unter einer Grabplatte neben dem Ostflügel des Schlosses - mit elf seiner geliebten Hunde, die neben ihm beigesetzt wurden. Tipp: Einmal im Sommer zur Potsdamer Schlössernacht verwandelt sich der Park in eine Bühne für Konzerte und ein gigantisches Feuerwerk.

• Geöffnet: Di - So 10 - 17.30 Uhr. Eintritt: 5 bis 14 Euro.

Lustschloss Sanssouci.
Lustschloss Sanssouci.  © imago images/imagebroker/Kröger

Heidelberg

Bis zu diesem Schloss muss man hinaufkraxeln - oder nimmt bequem den Bus. Denn Schloss Heidelberg thront hoch über der Altstadt. Die rote Sandsteinfassade gilt längst als Wahrzeichen Heidelbergs. Von außen ist es eine Ruine der Romanik, von innen ein Renaissance-Juwel.

Die vielen Terrassen mit Labyrinthen und Grotten der Gartenanlage galten einst sogar als achtes Weltwunder. Schon Goethe flanierte gern mit seiner 35 Jahre jüngeren Geliebten Marianne von Willemer durch den Schlossgarten. Ihr und dem Ginkgo-Baum widmete er 1815 das Gedicht "Ginkgo Biloba". Den Ginkgo-Baum gibt es nicht mehr, doch die herrliche Zuflucht für Heidelberger und jährlich über eine Million begeisterter Besucher ist geblieben.

• Geöffnet: tgl. 10 - 17 Uhr. Eintritt: 8/4 Euro.

Schloss Heidelberg.
Schloss Heidelberg.  © imago images/Shotshop

Ludwigsburg

Auf Schloss Ludwigsburg residierten die Herzöge von Württemberg, als Ludwigsburg zeitweise Residenzstadt war. Ein Rundgang durch die herrschaftlichen Prunkräume wird zur Zeitreise durch die Epochen - von üppigen Barock über das verspielte Rokoko bis zum eleganten Klassizismus. Bewundern Sie den Spielsaal der Fürstin, den Spiegelsaal, Kapelle und Ahnengalerie. Das Schlosstheater wird noch mit einer Bühnenmaschinerie von 1758 betrieben. Das Schönste kommt draußen: Auf drei Seiten umgibt das Schloss ein Märchengarten: Der "Blühende Barock" ist nicht nur für Städter aus dem nahen Stuttgart beliebtes Ausflugsziel. Immer im Herbst findet hier eine riesige Kürbisausstellung statt, bei der auch der größte Kürbis Baden-Württembergs gekürt wird. • Geöffnet: tgl. 11 - 16 Uhr. Eintritt: 8/4 Euro.

Schloss Ludwigsburg.
Schloss Ludwigsburg.  © imago images/Westend61

Schwerin

Schloss Schwerin.
Schloss Schwerin.  © imago images/imagebroker

Dieses Schloss muss man sich mit Parlamentariern teilen. Denn im Schloss Schwerin tagt auch der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Es ist leicht zu finden, liegt es doch direkt im Zentrum der Landeshauptstadt. Ab dem 14. Jahrhundert mauserte sich die einstige Burg aus dem Jahr 941 langsam zu einem prächtigen und repräsentativen Schloss. Im Park mit dem Burgsee kann man herrlich flanieren. Und wenn man sich umdreht und zurück aufs Schloss oder in sein Spiegelbild im Schweriner See schaut, weiß man, warum es gern auch "Neuschwanstein des Nordens" genannt wird. Wer nicht genug bekommen kann: In Meck-Pomm warten weitere über 2 000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser darauf, von Touristen erobert zu werden.

• Geöffnet: Di - So 10 - 18 Uhr. Eintritt: 8,50/6,50 Euro.

Titelfoto: imago images/Robert Harding, Archiv / imago images/imagebroker, Archiv

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