Wurde auch Zeit! Bundesrat: Kindesmissbrauch gilt künftig als Verbrechen

Berlin - Kinder in Deutschland sollen künftig besser vor Missbrauch geschützt werden.

Zuvor galt es nur als "Vergehen", nun wird sexueller Missbrauch von Kindern auch als Verbrechen eingestuft. (Symbolbild)
Zuvor galt es nur als "Vergehen", nun wird sexueller Missbrauch von Kindern auch als Verbrechen eingestuft. (Symbolbild)  © 123RF/Tinnakorn Jorruang

Am Freitag billigte der Bundesrat in Berlin einen entsprechenden Gesetzesbeschluss des Bundestages.

Wer Kinder sexuell misshandelt oder Bilder und Filme mit entsprechenden Inhalten beschafft, verbreitet oder auch nur besitzt, soll künftig grundsätzlich mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Damit werden diese Taten zum Verbrechen hochgestuft. Zuvor wurden diese lediglich als Vergehen behandelt, da die Mindeststrafe eine Freiheitsstrafe unter einem Jahr war.

Auch die Verjährungsfrist für explizite sexuelle Bildaufnahmen von Kindern wird damit hochgesetzt. Sie beginnt nun erst mit Ende des 30. Lebensjahres des Opfers.

Anlass für die Verschärfung waren etwa die Missbrauchsfälle von Staufen, Bergisch-Gladbach, Lügde und Münster.

Ein Vertreter der Bundesländer stimmt im Bundesrat ab.
Ein Vertreter der Bundesländer stimmt im Bundesrat ab.  © Wolfgang Kumm/dpa

Begründet wird das Vorhaben aber auch damit, dass Internet, soziale Netzwerke und Onlinespiele mit Chatfunktion das Gefährdungspotential für Kinder sowohl in der virtuellen als auch in der realen Welt erhöht hätten, wie es im Gesetzentwurf heißt.

Vollumfänglich wird das Gesetz am 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

Mehr zum Thema Politik Deutschland:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0