Diktatorensohn Marcos Jr. tritt Präsidentenamt auf den Philippinen an

Manila - Es ist ein Comeback für die berüchtigte Marcos-Dynastie auf den Philippinen. Diktatorensohn Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. (64) ist am Donnerstag als 17. Präsident des Landes vereidigt worden. Tausende Anhänger versammelten sich für die Zeremonie vor dem Nationalmuseum in Manila.

Diktatorensohn Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. (64) ist neuer Präsident der Philippinen.
Diktatorensohn Ferdinand "Bongbong" Marcos Jr. (64) ist neuer Präsident der Philippinen.  © dpa/Aaron Favila

Der 64-jährige Marcos Jr. hatte die Präsidentenwahl am 9. Mai klar für sich entschieden. Damit kehrt die berühmt-berüchtigte Marcos-Dynastie 36 Jahre nach ihrer Vertreibung aus dem Inselstaat in den Malacañang-Palast in der Hauptstadt zurück.

"Ich bin nicht hier, um über die Vergangenheit zu sprechen. Ich bin hier, um Ihnen von unserer Zukunft zu erzählen", sagte Marcos Jr. in seiner Antrittsrede. Er strebe eine Zukunft ohne Mangel an, gestand aber ein, dass die nächsten Monate schwer werden könnten.

Seine Regierung arbeite an einem Plan für die "wirtschaftliche Transformation" des von der Corona-Pandemie wirtschaftlich gezeichneten Landes.

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Er blicke nach vorne: "Auf den Weg, den wir gehen müssen, um einen Ort zu erreichen, der besser ist, als der, den wir durch die Pandemie verloren haben."

Marcos-Regime herrschte früher schon einmal auf den Philippinen

Marcos Jr. folgt auf den scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte (77), der international wegen seines brutalen Kampfes gegen Drogenkriminalität umstritten war. Sara Duterte-Carpio (46), die Tochter des Ex-Präsidenten, hatte erfolgreich für das Amt der Vizepräsidentin kandidiert und tritt dieses nun an der Seite von Marcos Jr. an.

Vom Erbe seiner Eltern hat sich Marcos Jr. nie distanziert. Das Marcos-Regime von Ferdinand (1917-1989) und dessen exzentrischer Frau Imelda - die mit ihren 92 Jahren an der Amtseinführung teilnahm - regierte einst mit Mord und Folter, politische Gegner verschwanden spurlos.

1986 wurde die Familie aus dem Inselstaat vertrieben und floh nach Hawaii.

Titelfoto: dpa/Aaron Favila

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