Behörden-Irrsinn! Studentin soll ihre Katze einschläfern lassen und 5000 Euro bezahlen

Antwerpen - Eine Studentin aus Belgien machte gerade ein Praktikum in Peru, als die Corona-Pandemie ausbrach. Weil sie das Land verlassen und so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren musste, beschloss sie, ihr kleines Adoptivkätzchen mitzunehmen. Eine Entscheidung mit Folgen! Nun entschied ein Gericht in Antwerpen über das Schicksal des Tieres.

Angeblich schmuggelte Selena Ali ihre Katzen aus Peru nach Belgien.
Angeblich schmuggelte Selena Ali ihre Katzen aus Peru nach Belgien.  © Screenshot Instagram/selena_ali

Als sich Selena Ali entschied, für ein Praktikum nach Peru zu gehen, hätte sie wohl im Leben nicht geglaubt, was sie noch erwarten würde.

In dem südamerikanischen Land hatte die hübsche 23-Jährige eine kleine Katze adoptiert, die fortan ihr Begleiter im Leben sein sollte. 

Doch dann zwang das Coronavirus die junge Frau, früher nach Belgien zurückzukehren. 

Und weil sie ihre kleine pelzige Freundin, der sie den Namen "Lee" gegeben hatte, nicht alleine lassen wollte, beschloss Selena Ali, sie mit in ihre Heimat zu nehmen.

Gesagt, getan! Vor der Abreise wurde "Lee" noch gegen Tollwut geimpft, berichtet "The Brussels Times", und dann ging es auch schon mit dem Flieger nach Europa.

Leider verlangt das belgische Gesetz, dass Tiere, die aus einem anderen Land mitgebracht werden, mindestens drei Monate vor Reiseantritt geimpft werden müssen. 

Doch dazu hatte die Studentin gar nicht mehr die Zeit, weil sie vom Ausbruch des neuen Erregers überrascht wurde und schnell handeln musste. Umso schockierter war sie deshalb, als die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit von ihr verlangte, das Kätzchen einschläfern zu lassen. 

Das Argument der Behörde: Das Fell des Tieres sei angeblich eine wandelnde biologische Bombe.

Die Behörde blieb unerbittlich und ging noch weiter

Viele Tierfreunde sehen Selena Ali und ihr Kätzchen "Lee" als Opfer der Corona-Krise.
Viele Tierfreunde sehen Selena Ali und ihr Kätzchen "Lee" als Opfer der Corona-Krise.  © Screenshot Instagram/selena_ali

Zum Glück wurde der Fall öffentlich bekannt, und so erfuhr auch die internationale Tierrechtsorganisation GAIA davon. Die Aktivisten und eine Reihe weiterer Tierfreunde versuchten nun, der kleinen "Lee" das Leben zu retten. 

Sogar ein flämischer Politiker mischte sich ein, er betonte, dass die Katze unter Quarantäne gestellt werden könne.

Und der belgische Virologe Marc van Ranst schlug vor, im Labor einen Platz für die Zeit der Isolierung des Tieres zu schaffen. Leider half das alles nichts, die Behörde blieb unerbittlich - und ging sogar noch weiter! 

Denn sie verklagte die 23-Jährige, und forderte von ihr eine Geldstrafe von 5000 Euro, wenn sie die Einschläferung der Katze weiterhin verzögere.

Glücklicherweise war das Gericht in Antwerpen auf der Seite der Katzenbesitzerin und ihres Stubentigers: "Lee" durfte weiterleben, obwohl sie ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Verfahren ins Land gebracht wurde und damit illegal eingereist war.

Doch das Urteil war trotzdem unbefriedigend!

Tierschützer kämpfen weiter

Denn der Richter beschloss zwar, dass das Tier nicht eingeschläfert wird, aber nach Peru zurück muss. 

Die dortigen Behörden erklärten inzwischen - nach langem Hin und Her -, dass sie bereit seien, die Katze zurückzunehmen - vorausgesetzt, "Lee" habe alle Impfungen, die ihre Gesundheit garantieren.

Weil "Lee" aber nun schon in Belgien ist, wäre es ein Irrsinn, sie in den nächsten Flieger nach Südamerika zu setzen, finden viele Tierfreunde. Ob die Behörde deshalb Gnade vor Recht walten lässt und Katze "Lee" in Belgien bleiben darf, ist derzeit offen.

Titelfoto: Screenshot Instagram/selena_ali

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