Gangbang trotz Corona: EU-Abgeordneter bei illegaler Sexorgie erwischt

Brüssel - Der Europaabgeordnete der ungarischen Regierungspartei Fidesz, Jozsef Szajer (59), legte am Sonntag überraschend sein Mandat nieder. Begründung: Die "Teilnahme an den Kämpfen der Tagespolitik" sei "eine zunehmende seelische Belastung für mich", schrieb Szajer am Sonntag auf seiner Webseite. Nun kam heraus, dass die Wahrheit offenbar eine andere ist, denn der hochrangige Politiker hatte trotz Coronaauflagen an einer illegalen Sexorgie teilgenommen.

Daumen runter für den ungarischen Europaabgeordnete Jozsef Szajer (59).
Daumen runter für den ungarischen Europaabgeordnete Jozsef Szajer (59).  © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Szajer war zuletzt Leiter der Fidesz-Delegation in der Fraktion der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören.

Am Dienstag räumte der Parteifreund von Ungarns Ministerpräsident, Viktor Orbán (57), die Teilnahme an einer illegalen Party in Brüssel ein. Laut "Politico" handelte es sich dabei um eine Sex-Party, genauer: eine "Lockdown-Orgie".

"Ich war anwesend", schrieb der 59-Jährige dazu in einer Stellungnahme vom Dienstag.

Demnach löste die Polizei am Freitagabend in einer Wohnung in der Innenstadt von Brüssel eine Party auf, bei der sich mehr als 20 Menschen lustvoll amüsierten. Das bestätigte die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Dienstag. Ebenso, dass sich zwei Partygäste direkt als Diplomaten auswiesen.

"Politico" zufolge sei die Polizei auf "25 nackte Männer" getroffen.

Nachbarn hatten sich zuvor bei der Polizei über den Lärm in der Wohnung und die offensichtlichen Verstöße gegen die Corona-Auflagen beschwert.

Fluchtversuch über die Regenrinne

Später habe ein Zeuge beobachtet, wie ein Mann versuchte, über die Regenrinne zu türmen. Die Polizei konnte ihn schnappen, er habe blutige Hände gehabt. Offenbar vom Fluchtversuch. In seinem Rucksack fanden die Beamten Drogen.

Die Polizisten begleiteten den Verdächtigen nach Hause, wo er ebenfalls einen Diplomaten-Pass vorgezeigt habe. Die Staatsanwaltschaft nannte die Initialen "S. J.", außerdem das Geburtsjahr 1961, was nahelegt, dass es sich um Jozsef Szajer handelt.

Weiter heißt es bei "Politico", dass Szájer von der Polizei "eine offizielle mündliche Warnung" bekommen habe. Er sagte auch, dass er keine Drogen genommen hätte und fügte hinzu, dass er "zutiefst" bedaure, gegen die Covid-Beschränkungen verstoßen zu haben. "Es war meinerseits unverantwortlich." Er sei "bereit", die dafür fällige Geldstrafe zu bezahlen.

Titelfoto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

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