Satiriker Sonneborn lästert im EU-Parlament über Merkel

Brüssel - Der deutsche Europaabgeordnete Martin Sonneborn (55) hat sich in der Plenarsitzung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (65) mit einem satirischen Redebeitrag über die deutsche EU-Ratspräsidentschaft lustig gemacht.

Martin Sonneborn (Die Partei) während einer Abstimmung im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Martin Sonneborn (Die Partei) während einer Abstimmung im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg.  © Philipp von Ditfurth/dpa

"Anscheinend verspürt Europa eine unbändige Sehnsucht, sich deutscher Führung zu unterwerfen", sagte der frühere Chefredakteur des "Titanic"-Magazins am Mittwoch kurz nach einer mit viel Applaus bedachten Rede von Merkel im Parlament in Brüssel.

In Anspielung auf die Nazi-Zeit fügte er dann an: "Warum erst jetzt und nicht schon vor 80 Jahren? Dem Kontinent wäre einiges erspart geblieben."

Sonneborn zog dann zum Beispiel über die Pläne für das milliardenschwere Corona-Konjunkturprogramm und den Umgang der EU mit dem umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban her.

"Wenn ich richtig las, planen Sie, das Coronavirus mit viel Geld zu ersticken - übrigens etwas, das der EU mit dem nicht minder schäbigen Viktator Orban leider nicht geglückt ist", sagte er an die Adresse von Merkel gerichtet.

Zu anderen Prioritäten Merkels für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sagte er: "Sie werden den Klimawandel verbieten und die Chinesen bewegen, uns künftig etwas leiser auszulachen." Und die Migration werde Merkel bewältigen, indem sie sicherstelle, "dass die Gemeinheiten dort geschehen, wo sie nicht so auffallen".

Seine einminütige Rede schloss Sonneborn mit den Worten: "Ihre Macht kennt nur eine Grenze: Selbst Sie und Ihre (...) Milliarden können nicht dafür sorgen, dass der Hamburger SV jemals wieder in die Bundesliga aufsteigt."

Sonneborn sitzt seit 2014 als fraktionsloser Abgeordneter im Europaparlament. Bei der Wahl 2019 hatte seine "Partei" knapp 900.000 Stimmen bekommen (2,4 Prozent).

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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