Sterben auf dem Mittelmeer: Seenotrettung könnte bald auf EU-Ebene koordiniert werden

Brüssel - EU-Innenkommissarin Ylva Johansson will die Rettung von in Seenot geratenen Migranten auf EU-Ebene koordinieren.

Ylva Johansson (r-l), EU-Kommissarin für Inneres, Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Eduardo Cabrita, Innenminister von Portugal, und Margaritis Schinas, Kommissar für die Förderung des europäischen Lebensstils.
Ylva Johansson (r-l), EU-Kommissarin für Inneres, Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Eduardo Cabrita, Innenminister von Portugal, und Margaritis Schinas, Kommissar für die Förderung des europäischen Lebensstils.  © Olivier Hoslet/Pool EPA/AP/dpa

Eine entsprechende Kontaktgruppe der EU-Staaten tagte am Montag erstmals. Auch EU-Agenturen oder Nichtregierungsorganisatoren sollen künftig an den Treffen teilnehmen.

Es handelt sich um eine Initiative aus Johanssons Vorschlägen für eine Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik vom September.

Die Seenotrettung sei zwar vornehmlich Verantwortung der einzelnen Staaten, sagte Johansson. "Aber es ist entscheidend, dass wir zusammenarbeiten. Sowohl politisch als auch auf See."

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Man könne das Sterben auf dem Meer nicht ignorieren. Seit 2014 seien mehr als 21.000 Menschen auf See gestorben oder würden vermisst. Doch seien Seenotrettungs-Operationen komplex. Deshalb sei ein europäisches Handeln notwendig.

Zugleich mahnte Johansson: "Länder müssen ihre Pflichten unter internationalem Recht erfüllen." Sie müssten an der Entwicklung von Such- und Rettungsdiensten teilhaben und sicherstellen, dass Menschen in Seenot schnell geholfen werde.

Auch müssten Gerettete schneller an Land gehen dürfen. Seenotretter dürften nicht kriminalisiert werden. Ebenso müsse man gegen Menschenschmuggel angehen, sagte Johansson.

Malta: Migranten stehen an Bord eines Schiffes der "Captain Morgan Cruises" und haben ihre Kleidung zum Trocknen aufgehängt.
Malta: Migranten stehen an Bord eines Schiffes der "Captain Morgan Cruises" und haben ihre Kleidung zum Trocknen aufgehängt.  © Rene' Rossignaud/AP/dpa

Italien hatte Seenotrettern zuletzt immer wieder die Arbeit erschwert, indem es Schiffen mit geretteten Migranten an Bord die Einfahrt in einen sicheren Hafen verweigerte oder einen anderen, weiter entfernten Hafen zuwies.

Auch halten die italienischen Behörden regelmäßig die Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen mit der Begründung fest, sie müssten kontrolliert werden.

Titelfoto: Rene' Rossignaud/AP/dpa

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