Familienministerin Giffey verzichtet auf Doktortitel

Berlin - Hat die Diskussion um mögliche Plagiatsfälle jetzt endlich ein Ende? Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (42, SPD) verzichtet auf ihren Doktortitel.

Franziska Giffey (42, SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kommt in einem Wagen mit Nase-Mund-Bedeckung zur Vorstellung des Zwischenberichts zur Konzertierten Aktion Pflege an der Bundespressekonferenz an.
Franziska Giffey (42, SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, kommt in einem Wagen mit Nase-Mund-Bedeckung zur Vorstellung des Zwischenberichts zur Konzertierten Aktion Pflege an der Bundespressekonferenz an.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Wie die Morgenpost berichtet, soll die 42-Jährige dies den Präsidenten der FU in einem Schreiben am Freitag (13. November) mitgeteilt haben.

Demnach heißt es in dem Brief: "Um weiteren Schaden von meiner Familie, meiner politischen Arbeit und meiner Partei abzuwenden, erkläre ich, den mir am 16. Februar 2010 von der Freien Universität Berlin mit der Gesamtnote 'magna cum laude' verliehenen Titel Dr. rer. pol. ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen."

"Ich habe große Hochachtung vor Franziska Giffey, weil sie Schaden von ihrer Familie und ihrer Partei abwenden möchte", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Berliner Landesverbands, Iris Spranger.

Am Freitag der vergangenen Woche hatte das Präsidium der Freien Universität Berlin mitgeteilt, die Rüge im Zusammenhang mit dem Prüfverfahren zu Giffeys Doktorarbeit nach einem neuen Gutachten aufzuheben. Daraus ergebe sich, dass eine Rüge nur in einem minderschweren Fall zulässig sei.

 Das aber sei im Schlussbericht des Prüfungsgremiums 2019 zu Plagiatsvorwürfen in Giffeys Dissertation aus dem Jahr 2010 nicht dargelegt worden. Deshalb müsse noch einmal geprüft werden.

Giffey soll Ende November zusammen mit dem Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh zur neuen Doppelspitze des Hauptstadt-Landesverbands gewählt werden. Es wird erwartet, dass sie im Dezember auch als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021 gewählt wird.

Update, 18.30 Uhr: Berliner SPD setzt weiter auf Giffey als Spitzenkandidatin

Der Landesverband der Berliner SPD setzt weiter auf Bundesfamilienministerin Franziska Giffey als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2021. Nach der Diskussion um ein neues Prüfverfahren zu ihrer Doktorarbeit erklärte die SPD-Politikerin am Freitag, den Doktortitel nicht mehr führen zu wollen. "Wir haben das heute Morgen auch noch einmal im geschäftsführenden Landesvorstand besprochen und sie unserer Solidarität versichert, und wir gehen fest davon aus, dass sie auch unsere Spitzenkandidatin wird", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende und Innensenator Andreas Geisel am Freitagnachmittag.

Update, 16.11 Uhr: Giffey bleibt bei Kandidatur für Berliner SPD-Landesvorsitz

Franziska Giffey will trotz des Ärgers um ihren Doktortitel weiterhin für den Berliner SPD-Vorsitz kandidieren. "Ich kandidiere beim digitalen Parteitag am 27. November für den Landesvorsitz der Berliner SPD und freue mich darauf, im nächsten Jahr gemeinsam mit den Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten einen engagierten Wahlkampf zu führen", teilte Giffey am Freitag mit.

"Ich bin nicht gewillt, meine Dissertation und das damit verbundene nun neu aufgerollte Verfahren weiter zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen zu machen", schrieb sie weiter.

"Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Mensch ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

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