"Fridays for Future" streiken wieder: So läuft die Demo in der Corona-Krise ab

Berlin - Tausende junge Menschen, die für mehr Klimaschutz protestieren - in der Corona-Krise sind Demonstrationen von Fridays for Future undenkbar. Der globale Klimastreik am 24. April soll trotzdem stattfinden - diesmal etwas anders.

Eine Person hält ein Schild hoch, auf dem "FRIDAYS FOR FUTURE!" geschrieben steht.
Eine Person hält ein Schild hoch, auf dem "FRIDAYS FOR FUTURE!" geschrieben steht.  © nito500/123RF

Die Aktivisten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF) wollen trotz der Corona-Krise am Tag des globalen Klimastreiks am 24. April demonstrieren.

"Dann machen wir das halt digital und bringen den Protest von der Straße ins Netz", sagte Sprecher Quang Paasch der Deutschen Presse-Agentur. 

Streikende können sich demnach über den Hashtag #Netzstreikfürsklima in Form von Livestreams, Videobeiträgen oder Bildern in den sozialen Medien am Protest beteiligen.

Auf der Website der Bewegung soll es zudem ein Streikprogramm mit Musik, Reden und Live-Schalten aus ganz Deutschland geben. So wolle man der Klimakrise trotz der Corona-Pandemie eine Plattform geben.

Klimaschutz ist ein Marathon

"Der Kampf gegen die Pandemie ist ein Sprint um Menschenleben zu retten, während der Kampf für Klimagerechtigkeit ein Marathon ist", teilte die Bewegung mit.

Zusätzlich sei in verschiedenen deutschen Großstädten eine Kunstaktion geplant - unter anderem in Berlin. Gemalte Schilder könnten bis zum 20. April an 30 Abgabestationen in den Berliner Bezirken hinterlassen werden. "Danach werden die Boxen mitsamt der Schilder für 72 Stunden versiegelt, um Infektionen auszuschließen", teilte die Bewegung mit. Am Tag des globalen Klimastreiks sollen alle Schilder dann an einem zentralen symbolträchtigen Ort als einmalige Kunstaktion ausgestellt werden.

Seit Anfang März organisiert FFF laut eigenen Angaben in Deutschland keine Streiks mehr. Gespräche mit Politikern wurden verschoben oder abgesagt, persönliche Treffen zwischen den Aktivisten finden nicht mehr statt. Dennoch hoffen die Aktivisten, dass die Corona-Krise nachhaltig ein Umdenken in der Gesellschaft bewirke.

"Wir schaffen es aktuell, unsere Lebenseinstellung während einer Gesundheitskrise zu ändern. Dann schaffen wir es danach wohl auch, mit weniger schmerzhaften Maßnahmen, ökologischer und umweltfreundlicher zu handeln", sagte Paasch.

Zuletzt verstärkt auf Online-Inhalte gesetzt

Da aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus deutschlandweit aktuell nicht demonstriert werden kann, hatte die Klimabewegung zuletzt verstärkt auf Online-Inhalte gesetzt, um auf die Umweltprobleme aufmerksam zu machen.

"Mit Online-Seminaren oder YouTube-Diskussionen mit Wissenschaftlern, Aktivisten oder Prominenten schaffen wir digitale Alternativen, um den Diskurs aufrecht zu erhalten und die Menschen weiterhin über die Klimakrise zu informieren", sagte Paasch.

Neben Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) nahmen unter anderem bereits der Kabarettist Eckart von Hirschhausen (52), Sänger Henning May (28) oder Journalist Tilo Jung (34) an den Diskussionen und Veranstaltungen von FFF auf Youtube teil. "Wir sind laut und bunt im Internet und wollen zeigen: Das Klimaproblem ist weiterhin existent", sagte Paasch.

Beim letzten globalen Klimastreik Ende November beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 630.000 Menschen deutschlandweit an den Klimaprotesten. Allein in Berlin sprach die Polizei von knapp 100.000 Teilnehmern. Die Bewegung hält die Maßnahmen der Bundesregierung für mehr Klimaschutz für vollkommen unzureichend.

Titelfoto: nito500/123RF

Mehr zum Thema Fridays for Future:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0