Kommentar zu Fridays for Future: Geht auf die Straße und seid radikal

TAG24-Redakteur Florian Gürtler wünscht den Aktivisten von Fridays for Future Erfolg bei der Mobilisierung zu ihrem "Globalen Klimastreik" am 25. September. Sein Appell an die Unterstützer der Bewegung: Geht auf die Straße und seid radikal in Euren Forderungen!

Am kommenden Freitag wollen sich die Klimaschützer von Fridays for Future mit machtvollen Demonstrationen wieder zu Wort melden. Man kann nur hoffen, dass der "Globale Klimastreik" am 25. September ein Erfolg für die Bewegung um Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) wird.

Das Foto vom September 2019 zeigt Demonstranten der "Fridays for Future"-Bewegung in Frankfurt.
Das Foto vom September 2019 zeigt Demonstranten der "Fridays for Future"-Bewegung in Frankfurt.  © Boris Roessler/dpa

Vor dem Ausbruch der Corona-Krise bestimmten die Fridays-for-Future-Kids und ihre Verbündeten mit ihren Protest-Aktionen maßgeblich die politische Debatte in Deutschland und vielen anderen Ländern. Doch das Virus legte neben dem Flugverkehr auch die Proteste der Klimaschützer lahm. Es wurde es still um die Bewegung.

Ich hoffe inständig, dass die weltweiten Proteste am kommenden Freitag ein Erfolg werden, und dass sich Fridays for Future damit wieder zurück in das Zentrum der politischen Agenda bewegt. Denn auch wenn die Zwangspause der globalen Wirtschaft infolge der Coronavirus-Epidemie dem Weltklima eine unverhoffte Verschnaufpause verschafft haben mag, die Klimakrise ist damit keineswegs beigelegt.

Die massiven Waldbrände in Kalifornien haben mit ihren Zerstörungen und den furchteinflößenden Bildern der Feuersbrünste wieder mit Nachdruck daran erinnert, dass der Klimawandel durch Corona keineswegs beendet wurde - er ist nur aus der Aufmerksamkeit der Menschen verschwunden. 

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Doch die vom Menschen durch seinen Kohlendioxid-Ausstoß verursachte Erwärmung des Klimas ist ein Prozess, den zu vergessen tödliche Konsequenzen haben kann.

Denn erwärmt sich das Klima zu sehr – und auf diesem Pfad befindet die Weltgesellschaft nach wie vor – droht die Klimakatastrophe. Wer mit diesem so wichtigen Begriff noch immer zunächst nichts anzufangen weiß, der muss nur drei Minuten Zeit investieren, denn dieses YouTube-Video erklärt mit kurzen Worten, was damit gemeint ist.

Klimakrise erfordert "drastische Eingriffe in die Wirtschaft"

TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

Es geht nicht darum, das Klima zu retten, weil Bäume und grüne Wiesen so schön anzusehen sind. Der Fortbestand der menschlichen Zivilisation steht auf dem Spiel - und das Zeitfenster, um diese Entwicklung zu verhindern, wird immer enger.

Aus diesem Grund reicht es auch nicht, nur an den guten Willen der Menschen zu appellieren, damit diese doch bitte ihre Konsumgewohnheiten ändern mögen, wie es zum Beispiel die TAG24-Kolumnistin Gina Gadis macht. Die Politik ist mehr denn je gefordert, mit drastischen Maßnahmen dem Kohlendioxid-Irrsinn endlich einhält zu gebieten.

Am Beginn der Corona-Epidemie haben die Staaten und ihre Führer nachdrücklich unter Beweis gestellt, dass sie zu starken Eingriffen in die Gesellschaften in der Lage sind, wenn die Not es denn gebietet.

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Auch Klimakrise und Klimakatastrophe erfordern rasches staatliches Handeln und drastische Eingriffe in die Wirtschaft. Nach der Corona-Krise darf es kein Zurück zur alten Ordnung geben. Deshalb ist es wichtig, dass Fridays for Future am Freitag demonstriert.

Geht auf die Straße und seid radikal in Euren Forderungen!

Titelfoto: Boris Roessler/dpa, Florian Gürtler

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