E-Mail aufgetaucht: Wurde Klimaschutz-Aktivist von Polizist mit Gewalt bedroht?

Mainz - Der Mainzer Stadtrat und "Fridays for Future"-Aktivist Maurice Conrad (20) wurde angeblich von einem Polizisten aus Hessen mit Gewalt bedroht.

Stadtrat Maurice Conrad bekam eine E-Mail mit drohendem Inhalt.
Stadtrat Maurice Conrad bekam eine E-Mail mit drohendem Inhalt.  © Screenshot/Twitter/Maurice Conrad

Der 20-jährige Kommunalpolitiker und Klimaschutz-Aktivist veröffentlichte am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter den Screenshot einer E-Mail, welche er erhalten hatte.

In dem Schreiben wird der 20-Jährige beleidigt und bedroht.

Darin ist wörtlich zu lesen: "Ich wusste gar nicht, dass man mit prekärer Bildung Stadtrat wird. Kein Wunder, Mainz, Drecksloch auf der anderen Rheinseite. Ich empfehle im Übrigen das allabendliche Gebet, dass wir 2 uns niemals über den Weg laufen. Wäre gesünder."

Dazu stellte der Kommunalpolitiker die Frage: "Was ist das, Polizei Hessen?!"

Maurice Conrad ist ein prominentes Gesicht der "Fridays for Future"-Bewegung in Mainz. Er trat schon bei mehreren Großdemonstrationen als Redner auf.

In dem Screenshot der Droh-Mail, welchen er auf Twitter veröffentlichte, wird tatsächlich eine Mail-Adresse der hessischen Polizei als Absender genannt. TAG24 hat an diese Adresse geschrieben, um in Erfahrung zu bringen, ob von dem betreffenden Beamten tatsächlich das Droh-Schreiben an den Mainzer Stadtrat verschickt wurde.

Bisher haben wir keine Antwort erhalten. Eine Fehlermeldung ging allerdings auch nicht bei uns ein, was dafür spricht, dass die besagte E-Mail-Adresse tatsächlich existiert.

Drohung gegen "Fridays for Future"-Aktivisten Maurice Conrad: Polizei reagiert

Die Polizei in Hessen reagierte auf den Tweet von Maurice Conrad mit einem Twitter-Kommentar: "Wir haben den Sachverhalt aufgenommen und kümmern uns umgehend darum", ist darin zu lesen.

In einem eigenen Tweet erklärte das Hessische Landeskriminalamt (HLKA): "Zu dem E-Mail-Screenshot führt das HLKA die Ermittlungen. Derzeit wird geklärt, ob die Mail tatsächlich von einem Polizei-Account verschickt wurde oder ob es sich um einen Fake (E-Mail-Spoofing) handelt. Auch wir wollen schnellstmögliche Aufklärung. Weitere Infos folgen!"

Es ist also noch völlig unklar, ob es sich bei der Drohung gegen den "Fridays for Future"-Aktivisten Maurice Conrad tatsächlich um ein Droh-Schreiben von einem Polizeibeamten handelt, oder um eine Fake-Nachricht.

TAG24 wird weiter berichten.

Update, 13.15 Uhr: Polizei in Hessen warnt vor Spekulationen

Das Hessische Landeskriminalamt hat in einer erneuten Twitter-Mitteilung vor "Spekulationen im Zusammenhang mit dem E-Mail-Screenshot" gewarnt.

Die Beamten bitten darum, von derartigen Spekulationen abzusehen. Diese würden bei den aktuell laufenden Ermittlungen nicht weiter helfen.

Update, 19.08 Uhr: Droh-Mail an Politiker nicht von Polizei-Account gesendet

Nach einer Droh-Mail gegen einen Mainzer Kommunalpolitiker haben Ermittlungen ergeben, dass sie nicht von dem angezeigten hessischen Polizei-Account verschickt wurde.

Das teilten das hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Wiesbaden am Montagabend mit. Die im E-Mail-Programm des bedrohten Mainzer Stadtratsmitglieds Maurice Conrad angezeigte Adresse ließ zunächst auf die hessische Polizei schließen. 

Conrad hatte bei Twitter eine E-Mail veröffentlicht, die er von einem Absender mit dem Account @polizei.hessen.de erhalten hatte. 

Darin steht unter anderem: "Ich empfehle im Übrigen das allabendliche Gebet, dass wir 2 uns niemals über den Weg laufen. Wäre gesünder." Der Autor der Mail war vorerst unbekannt. Die Ermittlungen dauerten an.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/Maurice Conrad

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