Klimacamp Aachen darf nach Kontrolle bleiben

Aachen - Die Teilnehmer des Klimacamps Aachen verstoßen nach Angaben der Stadt gegen mehrere Corona-Schutzauflagen. Am Freitagmorgen sollte es eine erneute Kontrolle geben.

Eine Abstandregel steht auf einem Schild im Klimacamp. Das Klimacamp in Aachen darf den Veranstaltern zufolge nach einer Kontrolle des Ordnungsamts bleiben.
Eine Abstandregel steht auf einem Schild im Klimacamp. Das Klimacamp in Aachen darf den Veranstaltern zufolge nach einer Kontrolle des Ordnungsamts bleiben.  © David Young/dpa

Es seien am Nachmittag "diverse Mängel" festgestellt worden, der Anmelder Fridays for Future sei dringend ermahnt worden, nachzubessern, sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. 

Aber eine zweite Kontrolle am späten Abend habe gezeigt, dass die Teilnehmer den Forderungen nicht nachgekommen seien. 

Unter den rund 150 bis 200 Teilnehmern würden die Abstände mitunter nicht eingehalten, es seien nicht alle in festen Gruppen unterwegs - wie angeordnet worden war - und auch der Mundschutz fehle teilweise.

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Vor allem halte sich der Veranstalter nicht an die Auflage, alle Namen und Adressen der Teilnehmer anzugeben. 

Stattdessen seien unter anderem anonymisierte Corona-ID vergeben worden, berichtete der Stadtsprecher. 

Erneute Chance für Klimacamp

Einsatzhundertschaften der Polizei haben am Donnerstagabend die Hollandwiese in Aachen umstellt, auf der sich ein Camp von Klimaaktivisten befindet.
Einsatzhundertschaften der Polizei haben am Donnerstagabend die Hollandwiese in Aachen umstellt, auf der sich ein Camp von Klimaaktivisten befindet.  © Ralf Roeger/dpa

Am Mittwoch hatte das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW entschieden, dass sich alle Teilnehmer wegen der Pandemie in Adresslisten eintragen müssen. Der Veranstalter hatte sich damit erfolglos gegen eine entsprechende Anordnung der Stadt Aachen gewandt.

Für die Teilnehmer des Klimacamps gibt es trotz mehrerer mutmaßlicher Verstöße gegen Corona-Auflagen nach Angaben der Stadt eine weitere Chance.

Am Freitagmorgen um 7.30 Uhr werde das Ordnungsamt erneut kontrollieren, ob die Auflagen eingehalten werden, sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur am späten Donnerstagabend. 

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Sollten nicht von allen rund 150 bis 200 Teilnehmern die vollständigen Namen, Adressen und Telefonnummern vorliegen, werde die von Fridays for Future angemeldete Veranstaltung vorzeitig beendet.

Das Camp hatte als Braunkohle-Protest-Aktion am Dienstag begonnen und sollte bis Sonntag dauern. 

Update, 9 Uhr: Klimacamp darf bleiben

Das Klimacamp in Aachen darf den Veranstaltern zufolge nach einer Kontrolle des Ordnungsamts bleiben. 

"Das Gesundheitsamt akzeptiert unsere Infektionsschutzmaßnahmen", teilten sie am Freitagmorgen auf Twitter mit. "Die Listen wurden gesichtet und für gut befunden", sagte Paula Eisner, Sprecherin des Bündnisses "Ende Gelände", der Deutschen Presse-Agentur. Über Nacht hätten sich die Teilnehmer bemüht, die geforderten Kontaktdaten auf Papier zu sammeln. Geplant sei, noch mindestens bis Sonntag vor Ort zu bleiben.

Auch aus Sicht der Stadt seien die Kontrollen gut verlaufen, sagte ein Sprecher. "Es sind entsprechende Listen vorgelegt worden. Wir sind damit zufrieden."

Teilnehmer hätten Klarnamen, Adressen und Telefonnummern angegeben. Auch die Maskenpflicht sei "im Großen und Ganzen" eingehalten worden. Die Listen würden nur aus Schutzgründen für den Infektionsfall benötigt. Deshalb blieben sie auf dem Camp.

Update, 7.45 Uhr: Kontrollen im Klimacamp gestartet

Das Ordnungsamt kontrolliert seit Freitagmorgen, ob die Corona-Auflagen im Klimacamp Aachen eingehalten werden. 

Beamte überprüften die Kontaktdaten der Teilnehmer, sagte ein Stadtsprecher. 

Titelfoto: David Young/dpa

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