"Gegen die da oben" out? Zulauf für Populisten stark rückläufig, doch das birgt Gefahren!

Gütersloh - Gegen die da oben und für mehr Volkes Stimme: Populistische Einstellungen wie diese sind in Deutschland stark rückläufig, haben Meinungsforscher herausgefunden. Das berge die Gefahr, dass in die Defensive geratene Rechtspopulisten ins Extreme abrutschen.

Arme verschränken und gegen "die da oben"? Der Populismus scheint unpopulär geworden zu sein.
Arme verschränken und gegen "die da oben"? Der Populismus scheint unpopulär geworden zu sein.  © Michael Kappeler/dpa

Immer weniger Deutsche sind einer aktuellen Studie zufolge empfänglich für populistische Ideen. 

So gilt nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Bertelsmann-Stiftung und Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung von Juni 2020 nur noch jeder fünfte Wahlberechtigte als populistisch eingestellt, zwei Jahre zuvor war es noch jeder dritte. 

Auch der Anteil unpopulistischer Wähler ist seither um die Hälfte angestiegen.

Der antipopulistische Wandel im Meinungsklima habe bereits deutlich vor der Corona-Pandemie eingesetzt, betonen die Forscher. 

So habe die populistische Welle Ende 2018 ihren Höhepunkt erreicht und sei dann "erdrutschartig" abgeschwellt. Das gestiegene Vertrauen in die Regierungsarbeit im Zuge der Corona-Krise habe nun den Trend stabilisiert und verstärkt. 

Die Parameter der Studie

Allerdings befürchten die Studienautoren, der verbleibende rechtspopulistische Rand könne sich weiter radikalisieren. Das betreffe insbesondere die AfD, die sich zu einer zunehmend von rechtsextremen Einstellungen geprägten Wählerpartei entwickele, heißt es in der Studie.

Als "populistisch eingestellt" im Sinne der Studie gilt, wer acht typisch populistischen Aussagen über das Funktionieren von Staat und Gesellschaft zugestimmt hat. Befragt wurden im Juni etwa 10.000 repräsentativ ausgesuchte Wahlberechtigte.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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