Blutige Proteste nach Militärputsch in Myanmar: Mehrere Tote und Verletzte

Naypydaw (Myanmar) - In Myanmar sollen nach Berichten von Lokalmedien und Augenzeugen bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch mehrere Menschen getötet, verletzt und festgenommen worden sein.

Polizisten nehmen einen Demonstranten bei einem Protest gegen den Militärputsch fest.
Polizisten nehmen einen Demonstranten bei einem Protest gegen den Militärputsch fest.  © Sopa Images/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

In den beiden größten Städten Rangun und Mandalay sowie in Dawei und Bago sollen bislang mindestens neun Menschen durch Polizeigewalt gestorben sein, berichtete die Zeitung The Irrawaddy am Sonntag.

Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

Der Polizei wird vorgeworfen zunächst mit Gummigeschossen und Tränengas, später mit scharfer Munition gegen Demonstranten vorgegangen zu sein.

Dabei soll Demonstranten gezielt in den Kopf geschossen worden sein, berichtete das Online-Portal Myanmar Now.

Der Sender CNN sprach vom bislang blutigsten Tag seit dem Militärputsch vom 1. Februar (TAG24 berichtete).

Die Proteste richten sich gegen das Militär. Auf Bildern, die von Frontier Myanmar verbreitet werden, sind Demonstranten zu sehen, die in der Innenstadt von Rangun Barrikaden errichtet haben. Manche tragen Schilder, auf denen steht: "Schützt das Volk. Schützt die Demokratie".

Kanadische Botschaft zeigt sich entsetzt

Die kanadische Botschaft vor Ort zeigte sich angesichts der zunehmenden Gewalt gegen "unbewaffnete" Demonstranten entsetzt.

Man gedenke der Todesopfer und Verletzten, die sich für "eine friedliche Rückkehr zu einer demokratischen Regierung in Myanmar" einsetzten, hieß es in einer Mitteilung der Botschaft auf Facebook.

Immer wieder Massenproteste in Myanmar

Polizisten laufen bei einem Protest gegen den Miltärputsch Demonstranten nach.
Polizisten laufen bei einem Protest gegen den Miltärputsch Demonstranten nach.  © Sopa Images/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Am 1. Februar hatte das Militär in Myanmar gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen.

Seit dem Umsturz hat es immer wieder Massenproteste in Myanmar gegeben.

Die Demonstranten fordern die Freilassung der festgesetzten Regierungschefin und die Wiedereinsetzung ihrer zivilen Regierung.

Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte gegen die Widerstandsbewegung durchgegriffen.

Update, 28. Februar, 15.50 Uhr: Mindestens 18 Tote in Myanmar

In Myanmar sind bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 Personen verletzt worden. Dies gaben die Vereinten Nationen in einer Mitteilung am Sonntag bekannt.

Titelfoto: Sopa Images/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Mehr zum Thema Internationale Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0