Irre Anti-französische Proteste in Berlin

Berlin - In Berlin-Neukölln hat es laut einem Medienbericht anti-französische Proteste gegeben.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt.  © DPA/AP/Thibault Camus

Der Berliner "Tagesspiegel" bezieht sich auf ein Video, das der Zeitung vorliegt. Darin soll zu sehen sein, wie ein Mann, der eine Maske des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trägt, an einem Strick von einem Mann im weißen Gewand, der Arabisch sprechen soll, durch die Sonnenallee geführt und gedemütigt wird. 

Begleitet werden die beiden von einer Gruppe von rund 20 Menschen. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte am Sonntagabend, dass die Polizei keine Kenntnis von dem Vorfall am Samstag habe.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen Islamisten in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Macron hatte bei einer Gedenkfeier zu Ehren von Paty gesagt, Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen".

Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

Update, 12.28 Uhr: Jetzt ermittelt die Polizei

Die Polizei teilte am Montag über Twitter mit, sie habe am Samstagabend einen Youtuber am Alexanderplatz überprüft. "Er soll mit einem Kaftan bekleidet seinen Bekannten in Perücke & Macron-Maske an einem Seil durch Neukölln geführt, beleidigt & angedeutet haben, ihn zu schlagen."

Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt zu dem Fall. Es werde geprüft, ob es sich bei der Aktion um eine Straftat handeln könnte, hieß es. Der "Tagesspiegel" hatte am Wochenende berichtet. Dort war von einem arabischstämmigen Youtuber, der Deutsch spricht, die Rede sowie von "Allahu Akbar"-Rufen in einem weiteren Video.

In Neukölln war für den Montagnachmittag ein kurzes Gedenken an die Opfer islamistischer Anschläge in Frankreich und in Dresden geplant. Vor dem Rathaus sollten Rosen niedergelegt werden. Dazu lud Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) ein. Dabei gehe es um ein gemeinsames Bekenntnis Neuköllns gegen Hass und Gewalt, hieß es. Teilnehmen sollen neben Politikern auch Vertreter christlicher Kirchen und einer muslimischer Religionsgemeinschaft.

Titelfoto: DPA/AP/Thibault Camus

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