Mehr als eine Million Fälle in nur fünf Tagen: Omikron-Welle überrollt Frankreich

Paris - Schon immer hat sich die Menschheit gewünscht, in die eigene Zukunft schauen zu können. Für Deutsche ist das jetzt mit Blick auf Frankreich auf gewisse Weise tatsächlich möglich. In dem Nachbarland mit rund 67,4 Millionen Einwohnern ist die Omikron-Variante bereits seit einigen Tagen dominant und sorgt für Infektionszahlen, die nicht nur Gesundheitsminister Olivier Véran (41) "in Schwindel versetzen".

Gesundheitsminister Olivier Véran (41) ist in Sorge. In der vergangenen Woche wurden mehr als eine Million Corona-Fälle in Frankreich registriert.
Gesundheitsminister Olivier Véran (41) ist in Sorge. In der vergangenen Woche wurden mehr als eine Million Corona-Fälle in Frankreich registriert.  © imago images/PanoramiC/Jonathan Rebboah

Den vierten Tag in Folge vermeldeten die zuständigen Behörden der "Grande Nation" am heutigen Sonntag eine Zahl von mehr als 200.000 Neuinfektionen. Rechnet man den Tag davor noch mit ein, waren es binnen der letzten fünf mehr als eine Million. Jeder 67. Franzose ist also in diesem Zeitraum an Corona erkrankt - und das sind nur die erkannten Fälle!

Um diesem gigantischen Problem noch irgendwie Herr werden zu können, verschärft und lockert die Regierung ab Montag ihre Corona-Beschränkungen.

So gilt beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln schon ab sechs Jahren eine Maskenpflicht (zuvor erst ab elf). Zudem darf in Zügen für zunächst drei Wochen weder gegessen noch getrunken werden. Einige Städte verlangen darüber hinaus von ihren Bürgern wieder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien.

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Ab dem 15. Januar könnte dann in Bars, Restaurants, bei Freizeitaktivitäten oder im überregionalen öffentlichen Verkehr eine Impfpflicht ab dem Alter von 12 Jahren gelten. Ein entsprechender Gesetzentwurf kommt im Abgeordnetenhaus zur Abstimmung.

Doch bringen natürlich die schärfsten Maßnahmen nichts, wenn - ein paar Tage weiter gedacht - große Teile des Landes in Quarantäne stecken. Deshalb gibt es ab Montag auch Lockerungen, die eine Destabilisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens verhindern sollen, so Gesundheitsminister Véran zu "Le Journal du Dimanche".

Quarantäne wird in Frankreich neu geregelt

In unserem Nachbarland werden die Maßnahmen verschärft und zugleich gelockert. Etwa eine Maskenpflicht im Freien gilt an bestimmten Orten wieder.
In unserem Nachbarland werden die Maßnahmen verschärft und zugleich gelockert. Etwa eine Maskenpflicht im Freien gilt an bestimmten Orten wieder.  © dpa/XinHua/Gao Jing

Vollständig Geimpfte, die sich zuvor mit Corona infiziert hatten, dürfen die Selbstisolation künftig schon nach sieben Tagen wieder verlassen, mit einem negativen Schnell- oder PCR-Test kann die Zeit auf fünf Tage verkürzt werden. Vollständig immunisierte Kontaktpersonen müssen gar nicht mehr in Quarantäne, vorausgesetzt sie testen sich über einen Zeitraum von sechs Tagen jeden zweiten.

Interessant: Auch im sonst so Corona-liberalen England gibt es ob der riesigen Omikron-Welle (Sonnabend: 162.572 Fälle) eine kleinere Verschärfung. So gilt fortan ab Klassenstufe sieben wieder eine Maskenpflicht im Unterricht.

Titelfoto: dpa/XinHua/Gao Jing

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