Eigene Kollegen bei G20-Demo beworfen: Fällt heute das Urteil?

Hamburg – Das Amtsgericht Altona verhandelt am Freitag (9 Uhr) weiter über den Dosenwurf eines Münchner Polizisten auf seine Kollegen beim G20-Gipfel in Hamburg.

Der Angeklagte, ein damaliger Münchner Polizist, sitzt im Gerichtssaal des Amtsgericht Altona.
Der Angeklagte, ein damaliger Münchner Polizist, sitzt im Gerichtssaal des Amtsgericht Altona.  © Georg Wendt/dpa-pool/dpa

Es ist der vierte Verhandlungstermin, und nach Angaben eines Gerichtssprechers könnte möglicherweise das Urteil verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38-jährigen ehemaligen Beamten und seiner 31-jährigen Freundin vor, jeweils eine Dose auf Polizisten im Einsatz geworfen zu haben. 

Die Anklage lautet auf versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte. 

Die beiden Angeklagten haben eingeräumt, die Dosen geworfen zu haben. Sie hätten privat den Polizeieinsatz bei der Demonstration "Welcome to Hell" am 6. Juli 2017 beobachtet und seien schockiert und wütend gewesen.

Die Verteidigung hat angekündigt, sie werde Freispruch fordern. Die Bierdosen seien hinter einem Trupp Polizisten auf dem Pflaster aufgeschlagen. Die Büchsen hätten die Beamten in Vollschutz auch gar nicht verletzen können, weil sie schon zum Teil ausgetrunken waren. 

Kriminaltechniker haben die Dosenwürfe in einer aufwendigen Aktion nachgestellt und die Flugbahnen ballistisch analysiert. Sie kamen dabei zu einem anderen Ergebnis.

Update, 11.12 Uhr: Bewährungsstrafe gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat am Freitag ein Jahr Haft auf Bewährung für den Angeklagten gefordert. 

Der 38-Jährige habe sich der versuchten gefährlichen Körperverletzung und eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig gemacht, erklärte der Staatsanwalt am Freitag vor dem Amtsgericht Altona. 

Videoaufnahmen belegten die Tat an einer Unterführung. "Das ist ein sehr kraftvoller Wurf mit sehr viel Schwung", sagte der Anklagevertreter.

Für eine mitangeklagte Freundin des inzwischen aus dem Polizeidienst ausgeschiedenen 38-Jährigen forderte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 15 Euro. 

Die von der 31-Jährigen geworfene Dose sei leichter gewesen. Darum habe sie sich nur der versuchten einfachen Körperverletzung und eines tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte schuldig gemacht.

 Die Verteidiger forderten für ihre Mandanten Freispruch. Das Urteil soll am 6. Juli verkündet werden.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa-pool/dpa

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