Brandanschläge zum G20-Jahrestag geplant: Polizeieinsatz nach Urteilsverkündung

Hamburg – Im Prozess um geplante Brandanschläge zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels in Hamburg wird am Donnerstag (11.30 Uhr) das Urteil des Landgerichts erwartet. 

Die drei Angeklagten sitzen zwischen ihren Anwälten (stehend) vor einem weiteren Prozesstag um geplante Brandanschläge.
Die drei Angeklagten sitzen zwischen ihren Anwälten (stehend) vor einem weiteren Prozesstag um geplante Brandanschläge.  © Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

Die Angeklagten - zwei Männer im Alter von 32 und 28 Jahren sowie eine 29-jährige Frau - sollen in der Nacht zum 8. Juli vergangenen Jahres möglichst zeitgleiche Brandanschläge an vier Orten in Hamburg geplant haben.

Unter den Zielen sei auch das Wohnhaus von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) gewesen. Die drei übrigen Ziele sollen Geschäftsräume und ein Fahrzeug zweier Immobilienunternehmen gewesen sein.

Die drei Beschuldigten waren in einem Park im Stadtteil Eimsbüttel von zivilen Polizisten festgenommen worden, bevor sie zur Tat schreiten konnten.

Für den 32-Jährigen hat die Generalstaatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft beantragt, für den 28-jährigen Mitangeklagten und die 29 Jahre alte Frau eine Haftstrafe von jeweils drei Jahren.

Die Verteidiger haben Freispruch gefordert. Nach ihrer Ansicht waren die Observationen, die zur Festnahme ihrer Mandanten geführt haben, rechtswidrig, die gewonnenen Erkenntnisse seien daher nicht verwertbar. 

Die linke Szene hat zu einer Demonstration vor dem Gerichtsgebäude aufgerufen (ab 9 Uhr).

Update, 14 Uhr: Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt

Das Landgericht hat die drei Angeklagten am Donnerstag zu Haftstrafen verurteilt. Ein 32-Jähriger erhielt eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten, ein 28-Jähriger ein Jahr und sieben Monate und eine 29-jährige Frau eine Strafe von einem Jahr und acht Monaten. 

Die Strafen wurden nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht hob die Haftbefehle für die drei Angeklagten auf. Die beiden Männer saßen seit ihrer Festnahmen in einem Park am 8. Juli vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl für die Frau war bereits außer Vollzug gesetzt worden. 

Die rund 20 Zuschauer begrüßten die vorläufige Freilassung mit lautem Jubel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Vor dem Gerichtsgebäude kam es nach der Urteilsverkündung zu Rangeleien mit der Polizei. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und nahmen zwei Menschen in Gewahrsam.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

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