Kollegen bei G20-Demo angegriffen? Ex-Polizist vor Gericht

Hamburg - Das Amtsgericht Hamburg-Altona verhandelt am Mittwoch weiter gegen einen ehemaligen Polizisten aus München wegen eines Dosenwurfs auf Kollegen bei einer Demonstration während des G20-Gipfels.

Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses im Gerichtssaal des Amtsgericht Altona.
Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses im Gerichtssaal des Amtsgericht Altona.  © Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

Möglicherweise werde auch das Urteil gegen den 38-Jährigen und seine 31 Jahre alte Mitangeklagte verkündet, sagte ein Gerichtssprecher. 

Beim Prozessauftakt Ende Mai hatten die beiden Beschuldigten zugegeben, während des G20-Gipfels vor drei Jahren in Hamburg jeweils eine Bierdose auf Polizisten im Einsatz geworfen zu haben. 

Sie seien wütend gewesen über das Vorgehen der Beamten gegen Teilnehmer der Demonstration "Welcome to Hell". Sie hätten aber niemanden verletzen wollen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Sie belegt ihre Vorwürfe mit Videoaufnahmen der Polizei. 

Die Sequenzen zeigen beide Beschuldigte bei der Tat in Zivilkleidung auf einer Brücke.

Die Polizisten wurden auch mit Steinen und Flaschen beworfen.
Die Polizisten wurden auch mit Steinen und Flaschen beworfen.  © Boris Roessler/dpa

Mehr als 700 Straftaten

Zu der Demonstration am 6. Juli 2017 hatten Hamburger Linksautonome aufgerufen. Rund 12.000 Menschen versammelten sich auf dem St.-Pauli-Fischmarkt. Die Polizei stoppte den Abmarsch, weil sich nach ihren Angaben mehrere Tausend Teilnehmer vermummt hatten.

Als die Beamten versuchten, die Vermummten abzutrennen, sei die Lage eskaliert, erklärte die Polizeiführung später vor einem Ausschuss der Bürgerschaft. Es seien mehr als 700 Straftaten verübt worden.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

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