Brexit bei den Briten immer unbeliebter: "Es liegen schwere Zeiten vor uns"

London - Nur noch 70 Prozent, die 2016 für den Brexit stimmten, sind noch derselben Meinung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Vor dem neuen britischen Premierminister Rishi Sunak (42) liegen zahlreiche ungelöste Probleme und Aufgaben.
Vor dem neuen britischen Premierminister Rishi Sunak (42) liegen zahlreiche ungelöste Probleme und Aufgaben.  © Uncredited/AP/dpa

Die Zustimmung für den Brexit ist knapp zwei Jahre nach dem endgültigen Austritt so niedrig wie nie zuvor, wie YouGov am Donnerstag mitteilte.

Ganze 56 Prozent würden den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union mittlerweile für einen Fehler halten. Demgegenüber sank die Zustimmung auf 32 Prozent.

Für die schlechte Stimmung mitverantwortlich ist auch der Exit der Briten aus der EU-Zollunion, der für zahlreiche wirtschaftliche Probleme und mehr Bürokratie sorgt.

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So ist einerseits der Handel mit der EU zurückgegangen, andererseits leidet das Land am Fachkräftemangel, da es für EU-Bürger nun teurer und aufwendiger ist, in Großbritannien zu arbeiten.

Nachdem die von Liz Truss (47) geplante radikale Steuerreform zuletzt scheiterte, will es der neue Premier Rishi Sunak (42) nun richten und das Vertrauen der Märkte in die britische Wirtschaft wiederherstellen.

Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen werden unausweichlich sein, um dieses Ziel zu erreichen. Obwohl die Steuerlast schon jetzt so hoch ist wie seit 70 Jahren nicht mehr, hat Finanzminister Jeremy Hunt (56) die Briten auf schwere Zeiten eingestimmt.

55 Milliarden Pfund (umgerechnet 65 Milliarden Euro) sollen auf diesem Weg eingespart werden. Das ohnehin schon beschädigte Image der konservativen Tory-Partei wird damit jedoch noch weitere Kratzer einstecken müssen.

Finanzminister Jeremy Hunt (56) meint: "Es sind schwere Zeiten für uns alle."
Finanzminister Jeremy Hunt (56) meint: "Es sind schwere Zeiten für uns alle."  © Aaron Chown/PA Wire/dpa

Ob Großbritannien die Folgen des Brexit überwinden, die Inflation bekämpfen und die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen kann, werden die nächsten Jahre zeigen.

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