Sie wurde adoptiert: So fand diese junge Frau nach 25 Jahren ihre Mutter

Suffolk - Melissa Day, heute 35, wusste bereits in ihren jungen Jahren, dass sie adoptiert sei. Schon immer wollte sie ihre Familie kennenlernen. Sie fand diese nach 25 Jahren.

Ein Baby fasst den Finger seiner Mutter an (Symbolbild). Mit gerade einmal zwei Monaten wurde Melissa in ein Kloster gegeben.
Ein Baby fasst den Finger seiner Mutter an (Symbolbild). Mit gerade einmal zwei Monaten wurde Melissa in ein Kloster gegeben.  © Fabian Strauch/dpa

Mit gerade einmal zwei Monaten wurde Melissa zur Adoption in ein Kloster in Sri Lanka gegeben. Dort nahm sich ein britisches Pärchen ihrer an.

Gegenüber der britischen Zeitschrift "The Sun" berichtet sie, dass sie dafür zwar unglaublich dankbar sei, aber auch neugierig war, wer ihre leiblichen Eltern seien. Melissa wuchs in England auf. Sie besaß nur ein Bild von sich als Baby mit ihrer leiblichen Mutter und wusste deren Namen: "Vijayalakshmi".

Sie schwor sich, eines Tages ihre Familie zu finden. Doch wo sollte sie anfangen? Sri Lanka war tausende von Meilen entfernt! Die Jahre vergingen. Melissa zog mit 18 von zu Hause aus und begann, als Rezeptionistin zu arbeiten. 

Mit 24 bot ein Freund ihr an, ihre Familie zu finden. Dieser besuchte Freunde in Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka.

Fünf Tage nach seiner Ankunft kam der Durchbruch. Er teilte ihr mit, dass eine Angestellte eine Frau mit dem Namen ihrer Mutter kannte.

Jene Frau war letztlich zwar nicht ihre lang gesuchte Muter, aber sie kannte Melissas Großmutter. Durch das einzige Bild, das Melissa von Vijayalakshmi besaß, fanden sie schließlich auch ihre leibliche Mutter, welche sich ebenfalls eine Kopie des Bildes aufbewahrt hatte.

Vijayalakshmi ist heute 61 Jahre alt. Es stellte sich heraus, dass Melissa zwei Brüder hat, Ashok (29) und Arun (26) sowie über 15 weitere Familienmitglieder.

Endlich erfuhr sie den Grund der Adoption

Die Luftaufnahme zeigt Tee-Pflücker bei der Arbeit auf einer Plantage in Asien (Symbolbild). Melissa verkauft Tee aus Asien in England.
Die Luftaufnahme zeigt Tee-Pflücker bei der Arbeit auf einer Plantage in Asien (Symbolbild). Melissa verkauft Tee aus Asien in England.  © Wei Peiquan/XinHua/dpa

Melissas Kumpel Ashan mailte ihr bald Bilder von ihrer Familie. Sie konnte es kaum erwarten und flog kurz darauf nach Colombo. Im Hause von Ashan traf sie das erste Mal nach 25 Jahren auf ihre Mutter. Ein Freund übersetzte für sie, da Melissa nicht dieselbe Sprache wie sie teilte.

Ihre Mutter gab sie weg, da sie in großer Armut lebte. Zudem verließ ihr Vater Uvindu sie, kaum, als sie geboren wurde. Ohne Bildung und fließendes Wasser hörte Vijayalakshmi auf das Drängen ihrer Familie und gab die junge Melissa in das Kloster.

Bald darauf kehrte ihr leiblicher Vater zurück. Melissas Mutter und er heirateten, die beiden Brüder wurden geboren. Uvindu war Alkoholiker und nahm sich im Jahr 1992 das Leben. Melissa würde ihn daher niemals kennenlernen.

Doch ihre Familie gab ihr bestes, sie aufzunehmen. Trotz der Entfernung und Sprachbarrieren flog Melissa dreimal zu ihnen. Sie sendete ihnen viele Pakete und gründete sogar ein Business, um sie finanziell unterstützen zu können.

Melissa verkauft Tee von einer Plantage mit guten Arbeitsbedingungen. Sie organisierte sogar zwei Plätze bei der Organisation "Tea Leaf Trust" für ihre beiden Brüder, die somit bessere Bildung erhielten.

Wäre der Lockdown nicht gewesen, wäre sie nun in ihrem Geburtsland bei der Hochzeit ihres jüngsten Bruders. "Ich vermisse meine Familie", sagt sie. "Doch ich versuche, sie so gut es geht aus der Ferne zu unterstützen."

Ihre Adoptiveltern freuen sich für Melissa, dass sie nach all den Jahren endlich ihre leibliche Mutter gefunden hat. Melissa besitzt in England einen Kosmetiksalon, der auf Akupunktur spezialisiert ist.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/niroshini_retreats

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