Teenager wirft Sechsjährigen von einer Aussichtsplattform: Weitere Details bekannt

London - Im vergangenen Sommer warf ein damals 17-jähriger Teenager einen 6-Jährigen von der Aussichtsplattform des Tate Modern (TAG24 berichtete). Der Junge überlebte nur mit schweren Verletzungen. Nun wurden weitere grausame Details bei der laufenden Gerichtsverhandlung bekannt.

Ein Einsatzwagen der britischen Polizei steht vor dem bekannten Tate Modern Museum.
Ein Einsatzwagen der britischen Polizei steht vor dem bekannten Tate Modern Museum.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Dieser Fall sorgte weltweit für großes Aufsehen. Ein britischer Teenager hatte, nachdem er Zugang zur Aussichtsplattform des Tate Modern erlangte, den Sohn einer französischen Familie gegriffen und diesen über die Brüstung geworfen. 

Der Junge brach sich seinen Rücken sowie mehrere Glieder. Zudem erlitt er eine Gehirnblutung. Der kleine Junge hat auch heute noch unter dem Vorfall zu leiden. Es dauerte Monate, bis er endlich Fortschritte bei der Genesung machte (TAG24 berichtete).

Laut der britischen Zeitschrift "Sun" soll der Täter nach dem Sturz des Jungen, welcher mit dem Kopf zuerst auf dem Boden aufschlug, kühl mit seinen Schultern gezuckt und gelacht haben.

Der Vater des Kindes, welcher den Vorfall nicht sofort mitbekam, glaubte zuerst, es handele sich um einen schlechten Scherz. 

Doch als er nach unten blickte und den zertrümmerten Körper seines Sohnes sah, blickte ihm der Täter lachend ins Gesicht und sagte: "Ja, ich bin verrückt!"

Während seiner Verhaftung soll der Brite zudem gestanden haben, dass er mit der festen Absicht, irgendjemanden zu töten zum Tate Modern gekommen war. Sein erstes Ziel war der Wolkenkratzer Shard in London gewesen. Doch er hatte nicht genügend Geld gehabt, um bis ganz nach oben zu fahren.

Der Brite erkundigte sich daher, wo das nächsthöhere Gebäude war und machte sich anschließend zum Tate Modern auf.

Makabrer Grund: Der Täter wollte in die Nachrichten

Polizisten stehen auf der Aussichtsplattform, von welcher der Junge gestoßen wurde.
Polizisten stehen auf der Aussichtsplattform, von welcher der Junge gestoßen wurde.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Zeugenberichten zufolge soll er sich dort sehr merkwürdig verhalten haben. Er habe Familien verfolgt, bevor er den 6-Jährigen als Opfer auserkoren hatte. Dessen Eltern waren mit ihm zu Besuch in Großbritannien.

Just in dem Moment, wo die Mutter des kleinen Jungen ihm kurz den Rücken zukehrte, stürzte er sich auf den Franzosen. 

Der mutmaßliche Täter warf das Kind, ohne zu zögern, über das Geländer. Überwachungskameras zeigen das eiskalte Grinsen des Täters, während die verzweifelte Mutter versucht, ihrem Sohn zu Hilfe zu eilen.

Der Brite gab zu, dass er lebenslänglich in ein Gefängnis und unbedingt in den Abendnachrichten zu sehen sein wollte. 

Daher hatte er drei Wege recherchiert, wie dies möglich sei. Er plante, eine Frau oder ein Kind zu erwürgen, ein Kind zu ertränken oder jemanden von einem hohen Gebäude zu werfen.

Am Tag des Unglücks googelte er gezielt nach "Wie hoch sind die Chancen auf den Tod, wenn jemand in die Themse gestoßen wird?" Zudem stattete er einer Webseite einen Besuch ab, die den Titel "Wie man mit einer Vergewaltigung davonkommt" trägt.

Der Täter war zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Obhut von Sozialdiensten gewesen und bereits mehrfach gewalttätig geworden. Dennoch konnte er sich bis zu vier Stunden ohne Aufsicht frei bewegen. Diese Zeitpanne nutzte er an jenem schrecklichen Tag, dem 4. August 2019 aus, um den Wunsch, jemanden zu ermorden, umzusetzen.

Der kleine Junge erlitt bei seinem Sturz schwere Verletzungen. Er konnte nach dem durchlittenen Horror eine Zeit lang weder sprechen noch essen und verbrachte zwei Monate auf der Intensivstation. Nur durch Glück kam er lebend davon: Während seines Sturzes schlug er auf der Seite der Galerie auf, was seinen Sturz abbremste.

Der Sohn hat nach Angaben der Eltern noch nicht seine völlige Mobilität wiedererlangt und sitzt weiter im Rollstuhl. Die Familie weiß nicht, wann sie zurück in ihr Haus gehen können, da dieses nicht rollstuhlgeeignet ist.

Der Täter erschien am Donnerstag abermals vor Gericht. Er kauerte auf dem Boden, sein T-Shirt über dem Kopf gezogen, als weitere Details verkündet wurden. Seine Urteilsverlesung wurde von dem Richter nun auf Freitag vertagt. Dem mittlerweile 18 Jahre alten Briten wird versuchter Mord vorgeworfen. Er befand sich seit der Tat in einer Psychiatrie. Man vermutet bei ihm einzelne Autismus-Aspekte sowie eine Persönlichkeitsstörung.

Die Eltern des kleinen Jungen erstellten eine GoFundMe-Seite, wo man für die Behandlung des 6-Jährigen spenden kann. Dort kamen bereits über 230.000 Euro für die teure Therapie zusammen.

Titelfoto: Yui Mok/PA Wire/dpa

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