Iranerin (†22) von Sittenpolizei totgeprügelt? Berliner gehen auf die Straße

Berlin - Nach dem Tod einer jungen Frau im Iran sind auch in Berlin einige Menschen auf die Straße gegangen. Mahsa A. war von der Sitten- und Religionspolizei festgenommen worden und kurz darauf in Polizeigewahrsam gestorben.

Nach dem Tod der 22-Jährigen ist die Empörung groß. In Berlin demonstrierten die Menschen vor der iranischen Botschaft.
Nach dem Tod der 22-Jährigen ist die Empörung groß. In Berlin demonstrierten die Menschen vor der iranischen Botschaft.  © Paul Zinken/dpa

Am Samstag demonstrierten in Berlin einige Dutzend Menschen vor der iranischen Botschaft. Angekündigt waren auch Proteste in Stuttgart, München und Köln.

Mit der Demonstration wollten sie auf die brutale Verfolgung von Frauen im Iran aufmerksam machen, sagte ein Sprecher der Organisation Nationaler Widerstandsrat Iran in Berlin.

Er forderte die Bundesregierung auf, den Tod der Frau als staatliches Verbrechen zu verurteilen. Seinen Angaben zufolge beteiligten sich in Berlin rund 150 Menschen, die Polizei sprach von etwa 60 Menschen.

Die 22-jährige Mahsa A. war am Dienstag während eines Familienbesuchs in der iranischen Hauptstadt Teheran von der Sitten- und Religionspolizei wegen ihres "unislamischen" Outfits festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht worden.

Nach Polizeiangaben sei sie dort wegen Herzversagens zunächst in Ohnmacht und danach ins Koma gefallen. Am Freitag wurde ihr Tod bestätigt.

Verschleiert Polizei die Umstände des Todesfalls Mahsa A.?

Im Internet kursiert jedoch auch eine andere Version. Die Frau sei verhaftet worden, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß und ein paar Haarsträhnen zu sehen waren.

Nach der Verhaftung sei ihr auf den Kopf geschlagen worden, was zu einer Hirnblutung, dem Koma und letztendlich schon am Dienstag zu ihrem Hirntod geführt habe. Die Polizei wies diese Darstellung vehement zurück.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 gelten im Iran strenge Kleidungsvorschriften für Frauen. Genauso lange werden diese jedoch von Frauen, insbesondere in den Metropolen, ignoriert - sehr zum Ärger erzkonservativer Politiker.

Die Regierung in Teheran und die Hardliner im Parlament versuchen seit Monaten, die islamischen Gesetze strenger umzusetzen.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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