Kremlkritiker Nawalny meldet sich aus Straflager und sieht ganz anders aus

Moskau - Rund anderthalb Monate nach einem international heftig kritisierten Gerichtsurteil ist der Kremlkritiker Alexej Nawalny (44) in ein russisches Straflager gebracht worden.

Alexej Nawalny (44) ist momentan in einem Straflager in Russland.
Alexej Nawalny (44) ist momentan in einem Straflager in Russland.  © Babuskinsky District Court/AP/dpa

Er werde im Gebiet Wladimir rund 100 Kilometer östlich von Moskau festgehalten, schrieb Nawalny am Montag auf Instagram.

Dazu postete er ein Foto, das ihn mit kahl geschorenem Kopf zeigt. Obwohl er den zahlreichen Medienberichten über Folter in dem Lager Glauben schenke, habe er bislang keine Gewalt beobachten können, schrieb der 44-Jährige.

Er selbst stehe unter permanenter Überwachung, überall hingen Kameras. "Aber wenn man es mit Humor nimmt, ist es möglich, zu leben."

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass Nawalny aus einem Untersuchungsgefängnis weggebracht worden war. Seitdem beklagten Unterstützer und Familie, dass tagelang jedes Lebenszeichen von ihm gefehlt habe.

Am Montag warteten die Anwälte des Oppositionellen laut eigener Aussage zunächst stundenlang vergeblich vor dem Lager auf eine Auskunft.

In sozialen Netzwerken forderten zahlreiche Nutzer am Wochenende unter dem Hashtag #GdjeNawalny ("Wo ist Nawalny") Informationen über den Verbleib des Oppositionellen.

Titelfoto: Babuskinsky District Court/AP/dpa/Screenshot/Instagram/navalny

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