Nach Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan: UN-Gericht soll über Konflikt entscheiden

Den Haag - Im bitteren Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach hat Armenien das Nachbarland Aserbaidschan vor dem Internationalen Gerichtshof der schweren Menschenrechtsverletzungen beschuldigt.

Wladimir Putin (69, r.), Präsident von Russland, und Nikol Pashinjan (46), Premierminister von Armenien, bei einem gemeinsamen Treffen in Moskau.
Wladimir Putin (69, r.), Präsident von Russland, und Nikol Pashinjan (46), Premierminister von Armenien, bei einem gemeinsamen Treffen in Moskau.  © Alexey Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Aserbaidschan sei verantwortlich für Gewalt, Hass und Rassismus gegen Armenier, erklärten die Rechtsvertreter des Landes am Donnerstag in Den Haag. Die höchsten UN-Richter müssten Sofortmaßnahmen gegen Aserbaidschan verhängen, um die "Spirale von Gewalt und Hass" zu stoppen.

Gut ein Jahr nach dem Krieg um Berg-Karabach brachten beide Staaten nun ihren Konflikt vor das UN-Gericht. Auch Aserbaidschan reichte Klage ein. Die soll in der nächsten Woche verhandelt werden. Wann das Gericht urteilen wird, ist noch nicht bekannt.

Armenien beschuldigt das Nachbarland der Verfolgung und Diskriminierung von Armeniern und beruft sich dabei auf die UN-Konvention gegen Rassismus. Kriegsgefangene seien gefoltert und exekutiert und Leichen getöteter Soldaten geschändet worden.

Kriegsgefangene würden trotz internationaler Verpflichtungen nicht freigelassen, kulturelle und religiöse Stätten würden zerstört, erklärten die Rechtsvertreter. "Die Täter werden von staatlichen Instanzen Aserbaidschans unterstützt, ermutigt und verherrlicht."

Krieg um Berg-Karabach kostete mehr als 6500 Menschen das Leben

Armenien, Yerevan: Angehörige stehen am Jahrestag des Kriegsbeginns um die umkämpfte Region Berg-Karabach auf einem Soldatenfriedhof.
Armenien, Yerevan: Angehörige stehen am Jahrestag des Kriegsbeginns um die umkämpfte Region Berg-Karabach auf einem Soldatenfriedhof.  © Karo Sahakyan/PAN Photo/AP/dpa

Hintergrund des Rechtsstreits ist der Krieg um die seit Jahrzehnten umkämpfte Region Berg-Karabach. Mehr als 6500 Menschen wurden bei den Kämpfen vom 27. September bis zum 9. November vergangenen Jahres getötet.

Aserbaidschan hatte schließlich mit türkischer Hilfe weite Teile des Anfang der 1990er-Jahre verlorenen Gebietes zurückerobert. Armenien sieht Russland als seine Schutzmacht.

Titelfoto: Karo Sahakyan/PAN Photo/AP/dpa

Mehr zum Thema Krisen: