Weiterer Demonstrant getötet: Peru versinkt im Chaos

Lima (Peru) - Bei den seit Wochen anhaltenden Protesten gegen die peruanische Präsidentin Dina Boluarte (60) ist ein weiterer Demonstrant getötet worden.

Die Proteste gegen Perus Regierung finden kein Ende.
Die Proteste gegen Perus Regierung finden kein Ende.  © Lucas AGUAYO / AFP

Der Mann sei am Samstag in der Hauptstadt Lima bei Auseinandersetzungen mit der Polizei ums Leben gekommen, teilte das Büro des peruanischen Ombudsmanns mit.

Es ist der erste Todesfall im Zusammenhang mit den Protesten in der Hauptstadt. Die Gesamtzahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf 48.

Die Sicherheitskräfte gingen in Lima gegen hunderte Demonstranten vor, die sich in der Nähe des Parlaments versammelt hatten.

Dringende Aufforderung, Vorrat an Nahrungsmitteln und Wasser anzulegen!
Krisen Dringende Aufforderung, Vorrat an Nahrungsmitteln und Wasser anzulegen!

Die Abgeordneten hatten in der Nacht zu Samstag den Antrag von Boluarte, angesichts der Krise die Wahl nochmals um einige Monate vorzuziehen, abgelehnt.

Im Dezember hatte sich das Parlament bereits mit großer Mehrheit für vorgezogene Neuwahlen im April 2024 ausgesprochen.

Dennoch gingen die landesweiten Proteste weiter. Daraufhin bat Boluarte am Freitag das Parlament, die Wahl noch in diesem Jahr abzuhalten.

Limas Polizei setzt auch Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben.
Limas Polizei setzt auch Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben.  © Martin Mejia/AP/dpa
Angehörige der Opfer der jüngsten Proteste gehen in Lima auf die Straße.
Angehörige der Opfer der jüngsten Proteste gehen in Lima auf die Straße.  © Lucas AGUAYO / AFP

Peru wird seit der Amtsenthebung und Verhaftung des linksgerichteten Präsidenten Pedro Castillo (53) am 7. Dezember von schweren Unruhen erschüttert.

Bei den landesweiten Protesten fordern die Demonstranten neben dem Rücktritt von Castillos Nachfolgerin und Parteikollegin Boluarte die Auflösung des Parlaments, um unverzüglich Neuwahlen abzuhalten.

Titelfoto: Lucas AGUAYO / AFP

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