Ukraine-Krise: Pentagon-Sprecher hält russischen Angriff jederzeit für möglich

Washington (USA) - Ein russischer Angriff auf die Ukraine ist nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums jederzeit möglich.

Das russische Militär übt derzeit den Ernstfall wie hier in der Region Leningrad.
Das russische Militär übt derzeit den Ernstfall wie hier in der Region Leningrad.  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

"Ich denke, dass wir alle darauf vorbereitet sein müssen, dass es mit wenig oder gar keiner Vorwarnung geschehen könnte", sagte Ministeriumssprecher John Kirby (59) am Montag im US-Sender CNN.

Auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit einer Invasion antwortete Kirby mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin (69): "Ich denke, dass Herr Putin der Einzige ist, der die Antwort darauf kennt."

Putin habe über das Wochenende weiter Truppen im Grenzbereich zur Ukraine zusammengezogen, sagte Kirby. Die Zahl der russischen Soldaten liege inzwischen weit über 100.000.

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Es gehe aber um mehr als diese Zahl. Putin verfügte über "ein beeindruckendes Arsenal an militärischen Fähigkeiten", sollte er sich für einen Angriff entscheiden.

Die US-Regierung warnt seit Wochen mit zunehmender Dramatik vor einer drohenden russischen Invasion der Ukraine.

USA wollen keine Truppen in die Ukraine schicken

Ein ukrainischer Soldat geht an einem Kreuz in Popasna vorbei, das an einen Soldaten erinnert, der 2018 in der Nähe dieser Stelle bei Kämpfen getötet wurde.
Ein ukrainischer Soldat geht an einem Kreuz in Popasna vorbei, das an einen Soldaten erinnert, der 2018 in der Nähe dieser Stelle bei Kämpfen getötet wurde.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

Kirby sagte weiter, Nationalgardisten aus dem US-Bundesstaat Florida seien aus der Ukraine abgezogen worden. Die USA hätten aber weiterhin "eine kleine militärische Präsenz" im Land, die mit der fortdauernden Anwesenheit von US-Diplomaten zusammenhänge.

Neben Sicherheitskräften des Außenministeriums werden zum Schutz von US-Botschaften weltweit Marineinfanteristen eingesetzt.

Kirby betonte erneut: "Wir werden keine amerikanischen Truppen in die Ukraine schicken, um zu kämpfen." Russland müsse aber mit harten wirtschaftlichen Sanktionen rechnen. Die Nato stünde vereint in der Krise.

Titelfoto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

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