Londons neuer Held: Schwarzer rettet Rechtsextremisten

London (England) - Sie feiern ihn als Helden! Egal ob "Sun", "Mirror" oder "Daily Mail": Die britischen Medien ergießen sich im Falle von Patrick Hutchinson in Lobeshymnen. 

Patrick Hutchinson postete dieses Foto am Samstag auf Instagram.
Patrick Hutchinson postete dieses Foto am Samstag auf Instagram.  © Instagram/Screenshot/workoutwithhutch

Der Grund ist so offensichtlich wie ermutigend: Der Vater von zwei Kindern schritt am Samstag in London bei Ausschreitungen ein, als das Leben eines Rechtsextremisten in Gefahr geriet. 

Zu den Ausschreitungen war es im Zuge von Anti-Rassismus-Protesten und Kundgebungen rechtsextremer Gruppen gekommen. Mittendrin befand sich der muskelbepackte und durchtrainierte Patrick Hutchinson, in der Nähe der weltbekannten Waterloo Station.

Als er sah, dass ein Rechtsextremist von einer Gruppe verletzt worden war und am Boden lag, griff er ein. Hutchinson warf den verletzten Mann locker über seine Schulter und rettete ihn vor der aufgebrachten Menge.

Gegenüber "Channel 4 News" schilderte der friedliche "Held" der Black-Lives-Matter-Bewegung die brenzlige Situation: 

"Es war ziemlich hektisch, es war fast wie ein Massenandrang, es gab viele Leute... Es gab Leute, die versuchten, ihn zu beschützen, aber erfolglos. Und dann gingen die Jungs dort hinein, sie bildeten eine Art Schutzmauer um ihn, um zu verhindern, dass er mehr körperlichen Schaden erleidet..."

Patrick Hutchinson dachte: "Nun, wenn er hier bleibt, wird er es nicht schaffen"

Patrick Hutchinson (rechts) auf einem Selfie.
Patrick Hutchinson (rechts) auf einem Selfie.  © Instagram/Screenshot/workoutwithhutch

Patrick Hutchinson befürchtete das Schlimmste und sagte, was ihm in dem Moment durch den Kopf ging: "Nun, wenn er hier bleibt, wird er es nicht schaffen".

Der Personal Trainer berichtete, wie es dann weiterging: "Also ging ich einfach runter, hob ihn auf und legte ihn auf meine Schultern und marschierte irgendwie mit ihm zur Polizei, während alle Jungs mich irgendwie umgaben und mich und den Kerl, den ich auf meiner Schulter hatte, beschützten."

Auf seinem Instagram-Account feierte sich der Brite am Abend selbst und schrieb: "Wir haben heute ein Leben gerettet". Doch warum half er dem "Feind" überhaupt? Hutchinson schrieb weiter: "Es ist nicht schwarz gegen weiß, es ist jeder gegen die Rassisten. Wir... beschützten diejenigen, die uns brauchten."

Noch am Samstagabend teilte die britische Polizei mit, dass mehr als 100 Menschen festgenommen wurden. Auch Premierminister Boris Johnson (55) meldete sich zu Wort und deutete an, dass die Gewalt vor allem von rechten Demonstranten ausgegangen sei. 

"Rassistische Schlägereien haben keinen Platz auf unseren Straßen", schrieb der 55-Jährige auf seinem Twitter-Account.

Titelfoto: Instagram/Screenshots/workoutwithhutch

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