Nach Verschärfung der Maskenpflicht: So will Mallorca gegen Sauftourismus vorgehen

Palma - Nur einen Tag nach der Verschärfung der Maskenpflicht hat Mallorca unter dem Eindruck von illegalen Partys, die gegen die Coronaregeln verstoßen, neue Maßnahmen zur Bekämpfung des so genannten Sauftourismus angekündigt.

Dichtes Gedränge herrschte Samstag an der "Bierstraße" in Palma de Mallorca. Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.
Dichtes Gedränge herrschte Samstag an der "Bierstraße" in Palma de Mallorca. Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.  © Michael Wrobel/Birdy Media/dpa

Er werde die Maßnahmen für die spanische Urlaubsinsel und die anderen Balearen "in den nächsten Stunden" bekanntgeben, sagte der regionale Minister für Tourismus, Iago Negueruela, am Dienstag in Palma nach einem Treffen mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und Gewerkschaftlern.

Man werde "nicht zulassen, dass das Image der Balearen in den Herkunftsmärkten beeinträchtigt" werde, erklärte der Minister.

Er spielte damit auf Hunderte von Menschen an, die am Wochenende am "Ballermann" in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt getrunken, getanzt und gefeiert hatten (TAG24 berichtete).

Schutzmasken wurden dabei von vielen nicht getragen und der in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten.

Nach Medienberichten handelte es sich dabei vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien. 

Besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es demnach sehr besorgniserregende Szenen gegeben. Angetrunkene Besucher hätten unter anderem Straßenhändler umarmt und im dichten Gedränge mit Fremden geflirtet.

Bußgelder von bis zu 100 Euro sollen verhängt werden

Polizeibeamte mit Mundschutz patrouillieren nachts auf der Straße Punta Ballena im Touristenort Magaluf.
Polizeibeamte mit Mundschutz patrouillieren nachts auf der Straße Punta Ballena im Touristenort Magaluf.  © Clara Margais/dpa

Auch nach der Verschärfung der Maskenpflicht habe die Missachtung der Corona-Regeln der Polizei viel Arbeit bereitet, berichteten Medien Mallorcas. 

Am Strand des Ballermanns, an Promenaden, auf Partybooten und in Beachclubs habe es in der Nacht zum Dienstag Zusammenkünfte von Feiernden gegeben, die keine Maske getragen und keinen Abstand gewahrt hätten, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Ein 43-Jähriger sei am Montagabend festgenommen worden, weil er in Palma betrunken und ohne Maske mehrere Bars und Restaurants aufgesucht und dort Mitarbeitern ins Gesicht gehustet habe, wobei er behauptet habe, mit dem Coronavirus infiziert zu sein.

Nach dem Dekret der Regionalregierung muss man auf den Balearen seit Montag auch dann im Freien Maske tragen, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. 

Ausnahmen gelten unter anderem am Strand, an den Promenaden, in der Natur, beim Sport und beim Essen und Trinken. Allerdings muss dort dann auch der Abstand zu Fremden gewahrt werden. 

Die vorgesehenen Bußgelder von bis zu 100 Euro für Verstöße sollen allerdings erst ab nächsten Montag verhängt werden. Ähnliche Verschärfungen der Maskenpflicht beschlossen auch viele andere Regionen Spaniens, darunter Katalonien und Andalusien.

Titelfoto: Michael Wrobel/Birdy Media/dpa

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