Piraten greifen immer häufiger an: Reedereien fordern Hilfe von der Politik

Deutschland/Welt - Weltweit werden Containerschiffe vermehrt von Piraten angegriffen. Nun schlagen Hapag-Lloyd und andere Reedereien Alarm.

Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" fährt in den Hamburger Hafen ein.
Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" fährt in den Hamburger Hafen ein.  © Christina Sabrowsky/dpa

Immer mehr Reeder sehen sich den Angriffen von Piraten hilflos ausgesetzt. Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd fordert daher nun Hilfe von der Politik. Das berichtet die Wirtschaftswoche.

"Die Anzahl der Fälle, die es dieses Jahr gab (gemeint ist das Jahr 2020, Anm. der Redaktion), ist deutlich höher als die Zahl der Fälle, die es noch vor ein bis zwei Jahren gab", sagt Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen und bezieht sich damit auf die vielen Piratenangriffe auf Handelsschiffe im Golf von Guinea.

Die Zahlen des Internationalen Schifffahrtsbüros IMB bestätigen Jansens Aussage: So gab es 2020 insgesamt 195 Attacken, während es 2019 noch 162 waren.

Manche Piraten hätten es dabei nur auf Waren abgesehen. Andere Übergriffe würden jedoch tödlich für die Crewmitglieder enden.

Oftmals würden die Piraten nachts angreifen oder heimlich an Bord kommen - etwa, um illegale Fracht wie zum Beispiel Kokain an Bord zu schmuggeln, welches dann in Europa für gutes Geld verkauft werden könnte.

Jansen befindet sich derzeit im Gespräch mit anderen Reedern. Wie eine Unterstützung der Politik aussehen könne, wisse man noch nicht. Die Gesprächspartner hätten bislang noch keine gemeinsamen Forderungen aufgestellt.

Begleitet von der Fregatte "Brandenburg" der Deutschen Marine (im Hintergrund) ist das Handelsschiff "Hansa Stavanger" unterwegs zum kenianischen Hafen Mombasa. Das Containerschiff wurde am 4. April 2009 von somalischen Piraten gekapert. Nach vier Monaten kam das Schiff wieder frei.
Begleitet von der Fregatte "Brandenburg" der Deutschen Marine (im Hintergrund) ist das Handelsschiff "Hansa Stavanger" unterwegs zum kenianischen Hafen Mombasa. Das Containerschiff wurde am 4. April 2009 von somalischen Piraten gekapert. Nach vier Monaten kam das Schiff wieder frei.  © DB Bundeswehr/dpa

Konkrete Vorstellungen hat man offenbar bereits bei der weltgrößten Reederei Maersk. Dort plädieren die Verantwortlichen für eine Militärmission, bei der Soldaten die Transportschiffe begleiten und beschützen sollen.

Schon 2008 war eine solche Mission am Horn von Afrika, bei der auch 400 Bundeswehr-Soldaten im Einsatz waren, erfolgreich.

Titelfoto: DB Bundeswehr/dpa

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