Erst Nein, dann Ja: Premier Johnson nach öffentlicher Kritik nun doch in Selbstisolation

London - Der britische Premierminister Boris Johnson (57) will nach Kontakt mit seinem an Covid-19 erkrankten Gesundheitsminister Sajid Javid (51) doch in Selbstisolation gehen.

Premier Boris Johnson (57, l.) neben dem britischen Finanzminister Rishi Sunak (41). Die beiden wollten zunächst nicht in Quarantäne gehen. (Archivbild)
Premier Boris Johnson (57, l.) neben dem britischen Finanzminister Rishi Sunak (41). Die beiden wollten zunächst nicht in Quarantäne gehen. (Archivbild)  © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Das teilte der Regierungssitz Downing Street am Sonntag mit - nur Stunden nachdem ein Sprecher das Gegenteil verkündet hatte.

Zuerst hatte es geheißen, Johnson und sein Finanzminister Rishi Sunak würden an einem Pilotprojekt teilnehmen und daher statt der Selbstisolation tägliche Tests absolvieren.

Die Entscheidung hatte zu einem Aufschrei der Empörung geführt, weil derzeit Hunderttausende Briten Zuhause sitzen, nachdem sie vom Nationalen Gesundheitsdienst NHS wegen Kontakts mit einer infizierten Person zu einer zehntägigen Quarantäne aufgefordert wurden.

Für Johnson, der sich nach Angaben der Regierung derzeit auf seinem Landsitz Chequers aufhält, kommt der Vorfall zur Unzeit.

England öffnet alles - trotz Inzidenz von knapp 360

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid (51) wurde trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet. (Archivbild)
Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid (51) wurde trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet. (Archivbild)  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Am Montag sollen fast alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Das, obwohl die Infektionszahlen derzeit drastisch ansteigen. Die Regierung rechtfertigt das mit der hohen Impfquote.

Inzwischen haben 88 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich eine erste Impfung erhalten. Knapp 68 Prozent sind bereits zwei Mal geimpft.

Die Verbindung zwischen Neuinfektionen und Krankenhauseinweisungen sowie Todesfällen sei erheblich geschwächt, so die Argumentation.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche je 100.000 Einwohner wurde zuletzt mit 359,2 angegeben (Stand: 17. Juli).

Titelfoto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa

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