Der traut sich was! Donald Trump bezeichnet NBA-Basketballer als "sehr dumm"

Washington D.C. (USA) - US-Präsident Donald Trump hat Basketballer aus der NBA als dumm und böse bezeichnet. Das sagte der 74-Jährige am Dienstag in einem Interview des Fox Sports Radio.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht auf einer Pressekonferenz.
Donald Trump, Präsident der USA, spricht auf einer Pressekonferenz.  © dpa/AP/Andrew Harnik

Er reagierte damit auf die Kritik aus der Liga an seinen Aussagen über die Anti-Rassismus-Proteste und das Knien während der Hymne, die er nach eigenen Angaben aber gar nicht mitbekommen haben will. 

Er sei darüber nicht überrascht, denn "einige sind sehr böse, sehr, sehr böse und ehrlich gesagt sehr dumm".

Der Präsident der USA behauptete erneut, die Einschaltquoten der stärksten Basketball-Liga der Welt seien infolge der Proteste eingebrochen und die NBA stecke "in großen Schwierigkeiten". 

Laut der jüngsten Erhebung von "Sports Media Watch" lagen die Quoten zum Ende der vergangenen Woche etwa vier Prozent unter dem üblichen Schnitt für landesweit übertragene NBA-Spiele. 

Trump kritisiert auch Baseball-Liga für Anti-Rassismus-Aktionen

Das Basketball-Stadion in Sacramento leert sich während einer Unterbrechung, nachdem ein Spieler der Utha Jazz positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
Das Basketball-Stadion in Sacramento leert sich während einer Unterbrechung, nachdem ein Spieler der Utha Jazz positiv auf das Coronavirus getestet wurde.  © dpa/ZUMA Wire/Paul Kitagaki Jr.

Betrachtet man nur die Spiele zur besten Sendezeit am Abend, liegen die Quoten demnach elf Prozent über dem Durchschnitt von vor der Corona-Pause.

Trump kritisierte auch die Major League Baseball für deren Aktionen, lobte aber die NHL dafür, dass die Spieler dort nicht knieten. "Die machen das nach meinem Verständnis sehr gut", sagte er. 

Tatsächlich gab es aber auch in der Eishockey-Liga schon Akteure, die beim Abspielen der Hymne auf ein Knie gegangen sind - wenn auch nicht in der überwiegenden Mehrheit wie in der NBA.

NFL soll nur ohne Protest bei der Hymne starten

v.l.n.r.: San Francisco 49ers Linebacker Eli Harold, Quarterback Colin Kaepernick und Safety Eric Reid knien bei der Nationalhymne vor einem NFL Football-Spiel.
v.l.n.r.: San Francisco 49ers Linebacker Eli Harold, Quarterback Colin Kaepernick und Safety Eric Reid knien bei der Nationalhymne vor einem NFL Football-Spiel.  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

US-Präsident Donald Trump will trotz der Corona-Krise einen pünktlichen Start der NFL-Saison - aber nur wenn die Footballspieler bei der Hymne nicht knien. 

"Wenn sie nicht stehen für die Hymne, hoffe ich, dass sie gar nicht anfangen", sagte Trump im Interview bei Fox Sports Radio weiter. "Aber davon abgesehen, würde ich es lieben, wenn sie anfangen, und wir machen alles, was möglich ist, um sie starten zu lassen." 

Die Saison soll planmäßig am 10. September beginnen, es gibt aber Gesundheitsbedenken wegen der Pandemie und des intensiven Kontakts der Spieler.

Das Knien während der Nationalhymne hatte vor vier Jahren seinen Ursprung in der NFL, als der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick, diese Form des Protests gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und gegen Rassismus wählte. 

Seither behaupten Kritiker, dass damit die Landesflagge und Hymne respektlos behandelt werden.

Titelfoto: Montage: dpa/ZUMA Wire/Paul Kitagaki Jr., dpa/AP/Andrew Harnik

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