Donald Trump boykottiert TV-Duell mit Joe Biden und nennt Kamala Harris ein lügendes "Monster"

Washington - US-Präsident Donald Trump (74) will wegen einer Änderung des Formats nicht am zweiten TV-Duell gegen seinen Herausforderer Joe Biden (77) teilnehmen.

US-Präsident Donald Trump (74) will wegen einer Änderung des Formats nicht am zweiten TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden teilnehmen.
US-Präsident Donald Trump (74) will wegen einer Änderung des Formats nicht am zweiten TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden teilnehmen.  © Evan Vucci/AP/dpa

Der Wechsel zu einem virtuellen Format sei "inakzeptabel", sagte Trump am Donnerstag im Fernsehsender Fox Business. "Ich werde meine Zeit nicht mit einer virtuellen Debatte verschwenden." 

Eigentlich sollte das Duell am Donnerstagabend kommende Woche (Freitag MESZ) stattfinden.

Unmittelbar zuvor hatte die zuständige unabhängige Kommission CPD angekündigt, die Debatte werde aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht als persönliches Gegenüber stattfinden. 

Die beiden Kandidaten sollten demnach an unterschiedlichen Orten auftreten und online zusammengeschaltet werden. Moderator und Gäste hingegen sollten wie geplant in Miami im Bundesstaat Florida zusammenkommen. 

Von Biden gab es zunächst keine Stellungnahme.

Das Duell war zuletzt zunehmend umstritten, weil Trump sich noch von einer Covid-19-Erkrankung erholt und bei dem Termin noch ansteckend sein könnte. 

Der Republikaner hatte das zurückgewiesen und erklärt, er freue sich auf das Duell. 

Der Demokrat Biden hingegen hatte erklärt, dass Duell solle nicht stattfinden, falls Trump noch erkrankt beziehungsweise infektiös sei. Das dritte und letzte TV-Duell vor der Wahl ist für den 22. Oktober geplant.

Donald Trump geht davon aus, nicht ansteckend zu sein

Joe Biden (77), designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, zieht mit der kalifornischen Senatorin Kamala Harris als Vizepräsidentschaftskandidatin in die Wahl gegen Amtsinhaber Trump.
Joe Biden (77), designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, zieht mit der kalifornischen Senatorin Kamala Harris als Vizepräsidentschaftskandidatin in die Wahl gegen Amtsinhaber Trump.  © Carolyn Kaster/AP/dpa

Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien erklärte, anstatt des TV-Duells plane Trump nun eine Veranstaltung vor Anhängern. 

Das neue Format sei nur eine "traurige Entschuldigung", Biden zu helfen, behauptete er. 

"Die Sicherheit aller Beteiligten kann einfach gewährt werden, ohne eine Gelegenheit abzusagen, bei der Wähler die Kandidaten im Duell sehen können." Trump hätte vor der Debatte mehrmals negativ auf das Coronavirus getestet werden können, sagte er.

Eine Sprecherin von Bidens Wahlkampfteam hingegen schien die Möglichkeit eines TV-Duells nicht ausdrücklich ausschließen zu wollen. 

Biden "freue sich darauf, direkt mit dem amerikanischen Volk zu sprechen", erklärte Kate Bedingfield. Er werde dabei seinen "Plan, das Land zu einen und besser wieder aufzubauen" vorstellen.

Trump wiederum habe beim Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und die Wirtschaftskrise "versagt". Trump war infolge einer Coronavirus-Infektion an Covid-19 erkrankt und wurde drei Tage in einem Militärkrankenhaus behandelt. Er kehrte am Montag ins Weiße Haus zurück. In dem Interview am Donnerstag sagte er, er fühle sich wieder "perfekt" und könne es kaum erwarten, wieder voll in den Wahlkampf einzusteigen. 

Er gehe davon aus, nicht mehr ansteckend zu sein, sagte er weiter.

Donald Trump bezeichnet Demokratin Kamala Harris als lügendes "Monster"

Die US-Demokraten haben die Senatorin Kamala Harris (55) als Vize-Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im November nominiert.
Die US-Demokraten haben die Senatorin Kamala Harris (55) als Vize-Kandidatin für die Präsidentschaftswahl im November nominiert.  © Carolyn Kaster/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Vize-Kandidatin der Demokraten, Kamala Harris (55), nach ihrem TV-Duell mit Vizepräsident Mike Pence als lügendes "Monster" verunglimpft.

"Alles, was sie gesagt hat, war eine Lüge", behauptete Trump am Donnerstag in einem Telefon-Interview mit dem Fernsehsender Fox Business. Trump bezeichnete die Senatorin aus Kalifornien zwei Mal als "dieses Monster". Pence habe das Duell am Mittwochabend (Ortszeit) überzeugend gewonnen.

Auch seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden (77) beschimpfte Trump erneut: Der Demokrat könnte höchstens zwei Monate lang im Weißen Haus regieren, weil "er mental nicht im Stande dazu ist, Präsident zu sein". 

Trump (74) hat Bidens geistige Fitness schon häufiger in Frage gestellt. 

Trump bewirbt sich bei der Präsidentenwahl am 3. November um eine zweite Amtszeit.

Update, 8. Oktober, 18.50 Uhr: Trump will abgesagtes TV-Duell nun einfach um eine Woche verschieben

Nur Stunden nach seiner Absage des für kommende Woche geplanten TV-Duells mit seinem Herausforderer Joe Biden hat US-Präsident Donald Trump nun eine Verschiebung angeregt.

Die ursprünglich für den 15. Oktober geplante Debatte solle um eine Woche verschoben werden, um eine direkte Gegenüberstellung der Kandidaten in einem Raum zu ermöglichen, erklärte Trumps Wahlkampfteam am Donnerstagmittag (Ortszeit). Auch die dritte und letzte Debatte vom 22. Oktober soll demnach um eine Woche verschoben werden.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

Mehr zum Thema Donald Trump:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0