Trump will trotz Corona Einreise aus Europa erlauben, Biden widerspricht sofort

Washington - Der scheidende US-Präsident Donald Trump (74) hat ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Doch sein Nachfolger Joe Biden (78) lehnt die Lockerung mitten in der Corona-Pandemie ab.

US-Präsident Donald Trump (74) will vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus noch einmal Politik machen, aber sein Nachfolger Joe Biden lässt das nicht zu.
US-Präsident Donald Trump (74) will vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus noch einmal Politik machen, aber sein Nachfolger Joe Biden lässt das nicht zu.  © Alex Brandon/AP/dpa

In einer am Montagabend (Ortszeit) vom Weißen Haus verbreiteten Verfügung Trumps hieß es, die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengen-Raum, aus Großbritannien und aus Irland sowie aus Brasilien würden zum 26. Januar aufgehoben.

Trump verwies darauf, dass von diesem Datum an bei allen Flügen in die USA vor Abreise der Nachweis eines negativen Corona-Tests vorgeschrieben ist.

Trumps Amtszeit läuft mit Bidens Vereidigung an diesem Mittwoch aus - sechs Tage vor dem verfügten Ende des Einreisestopps.

"Auf Anraten unseres medizinischen Teams beabsichtigt die Regierung nicht, diese Beschränkungen am 26.1. aufzuheben", teilte die künftige Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, auf Twitter mit.

"Mit der Verschlimmerung der Pandemie und dem Auftauchen weiterer ansteckender Varianten auf der ganzen Welt ist dies nicht der richtige Zeitpunkt, um Einschränkungen für internationale Reisen aufzuheben."

Stattdessen plane die Biden-Regierung verschärfte Maßnahmen im Zusammenhang mit internationalen Reisen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Corona-Pandemie in den USA außer Kontrolle: Fast 400.000 Tote

Ab dem 20. Januar ist Joe Biden der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und der 78-Jährige will entschlossen gegen Corona vorgehen.
Ab dem 20. Januar ist Joe Biden der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und der 78-Jährige will entschlossen gegen Corona vorgehen.  © Susan Walsh/AP/dpa

Biden hat den Kampf gegen das Coronavirus zu einem seiner wichtigsten unmittelbaren Ziele erklärt. Die Pandemie ist in den USA weiterhin außer Kontrolle.

Seit Bekanntwerden des ersten Falls vor rund einem Jahr sind nach einer Statistik der Johns-Hopkins-Universität mehr als 24 Millionen Coronavirus-Infektionen in den USA nachgewiesen worden. Rund 400.000 Menschen kamen nach einer Infektion ums Leben.

Trump hatte den Einreisestopp für Ausländer Mitte März wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in mehreren europäischen Staaten verhängt. Derzeit dürfen Reisende aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland bis auf Ausnahmen nicht in die USA einreisen.

Trump hatte zudem strikte Einreisestopps für Ausländer aus China und dem Iran erlassen - diese sollten auch nach seiner neuen Verfügung bestehen bleiben. Zuletzt hatte Trump weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus Brasilien eingeführt.

Auch Reisen über die Grenze der USA zu den Nachbarländern Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie eingeschränkt.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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